Die optimierte Lage des Hauses mit Ausrichtung nach Süden

So können Sie die Sonnenenergie am besten nutzen! Aber auch der Grundriss muss stimmen, damit die Bewohner später glücklich sind.

Moderner Bungalow mit grosser Fensterfront nach Süden
Moderne Häuser, deren grosszügige Fensterfronten nach Süden in den Wintermonaten optimal das Sonnenlicht nutzen, weisen einen deutlich geringeren Heizenergiebedarf auf. (Foto von Giovanni Gargiulo auf Pixabay.com)

Am Anfang der Planung steht die Ausrichtung des Hauses

Eines der wichtigsten Planungskriterien ist die "Ausrichtung des Hauses" auf dem Grundstück. Hier kann viel falsch gemacht werden, was später ein Hausleben lang zu Beeinträchtigungen führt und sogar den Wert des Hauses negativ beeinflusst. Gemeint ist, wie das zukünftige Haus auf dem erworbenen Grundstück stehen muss, damit die Sonne optimal genutzt werden kann und kühle Räume eben nicht von der Sonne aufgeheizt werden. Diese optimierte Ausrichtung nach Himmelsrichtungen - Nord-Süd und Ost-West - soll dafür sorgen, dass wesentlich Heizkosten gespart werden - egal welches Heizsystem das neue Gebäude bekommen wird.



Wohnräume mit großen Fenstern nach Süden ausrichten

Die richtige Planung bei der Ausrichtung soll auch das Sonnenlicht in die Wohnräume bringen, was die Atmosphäre und das Wohlbefinden der Bewohner steigert. Hierbei ist natürlich zu bedenken, dass die Sonne im warmen Sommer hoch oben am Himmel steht und im Winter tiefer über den Himmel zieht und somit weiter durch richtig platzierte Fenster in die Räume eindringen und diese besser wärmen kann. Bei der Planung ist ebenfalls daran zu denken, welcher Dachüberstand wo sein wird und wie der Giebel des Hauses verlaufen muss, um diese Vorteile der "kostenlosen Sonnenenergie" möglichst gut ausnutzen zu können.
Im Gegensatz zu den großen Fenstern nach Süden sollten zur Wind- und Schattenseite- meistens die Nordseite und Ostseite des Hauses - eher kleinere Fenster geplant werden. Denn im Winter, wenn eisiger Wind pfeift und Regen oder Schnee gegen die Hauswand einwirken, sind große Fenster eher nachteilig mit Blick auf die Wärmedämmung.

Räume auf der Südseite des Hauses erhalten am meisten Sonne im Winter und während der Übergangszeiten. Im Sommer wird die Westseite des Gebäudes durch die Nachmittagssonne am stärksten aufgeheizt.

Solaranlagen auf dem Dach oder über der Terrasse richtig planen

Ein weiterer und wichtiger Planungspunkt ist die Integration einer Solaranlage - Solarthermie für warmes Wasser und Photovoltaik zur Stromerzeugung - um auch hier die Sonne bestmöglich einzufangen und die Heizungsanlage mit kostenloser Sonnenenergie zu unterstützen. Dabei kommt es neben der idealen Giebelausrichtung auch darauf an, wo eventuell hohe Bäume stehen auf dem Grundstück, die im Winter bei tiefer stehender Sonne Schatten geben und Sonnenstrahlen und Sonnenlicht wieder aussperren. Das wiederum vermindert die Stromproduktion der Photovoltaik-Anlage oder heizt das Wasser über die Solarthermie-Anlage nicht richtig auf.

Moderne Terrassendächer - die in den meisten Fällen nach Süden zeigen - sind ideal für die Installation von Solaranlagen zur Stromgewinnung über Ihrem "Outdoor-Wohnzimmer". Neben einem Touch an Hightech Ambiente bieten Solarterrassen Dächer an heißen Sommertagen für eine Kühlung auf Ihrer Terrasse. Durch die Panels werden die Sonnenstrahlen abgefangen und gelangen somit nicht mehr direkt auf Ihren Terrassenboden.

Weitere aktuelle Informationen zur Haustechnik finden Sie in den Bereichen Haustechnik und Bauökologie.


Solar-Terrassendach zur Eigenstrom-Herstellung
Ein Terrassendach aus modernen Glas-Solarkollektoren ist die eine perfekte Möglichkeit, die Terrasse zu überdachen und gleichzeitig Strom zu produzieren. (Foto www.solarvordach.de)

Planung und Integration einer Terrasse

Die Terrasse ist ein wichtiger Platz zum Leben im und um das Haus, denn sie bietet im Sommer die Möglichkeit, draussen zu essen, zu lesen, sich zu sonnen und zu entspannen. Wichtig ist auch hier die Sonneneinstrahlung genau mit einzuplanen, denn später lässt sich die Terrasse nicht einfach verändern! Wer seine Terrasse gleich überdachen will, um Schutz vor zu viel Sonne zu haben oder auch gerne bei Regen draussen sitzen möchte, der sollte ein stabiles Dach planen.

Mit einem Solarstrom-Terrassendach zum Beispiel statt einem herkömmlichen Holz- oder Plexiglasdach erzeugen Sie eigenen Strom neben der Annehmlichkeit eines Wetterschutzes. Mit dem selbst erzeugten Strom können Sie Ihre elektrischen Geräte im Haushalt auf autarke Weise versorgen oder sogar Ihr Elektroauto aufladen. Hier gibt es viele technische Ideen. Lesen Sie unsere Tipps und Infos zum Bau einer Terrasse mit Solaranlage zur eigenen Stromerzeugung.

Wenn Sie eine einfache Terrassen-Überdachung wollen ohne Solarkollektoren, dann haben wir hier gute Infos zum Selbstbau der Terrasse an sich und zum Selbstbau des Terrassendaches zum Beispiel mit wetterfester Plexiglasabdeckung.


Lichtdurchflutetes Wohnzimmer mit Südfenstern
Bild: Wenn die Fensterfront nach Süden zeigt, können die Bewohnen ein sonnendurchflutetes Wohnzimmer genießen. Dies geht aber wiederum nur, wenn die Terrasse keine Überdachung hat, die die Sonne nicht in die Räume scheinen lässt. (Foto von Giovanni Gargiulo auf Pixabay.com)

Die Hausachse nach Süden drehen

Die folgende Grafik zeigt ein Haus, das etwas zu sehr nach Westen gedreht ist. Die leichte Drehung des Gebäudes nach Süden würde die Fensterfront voll in den Südbereich bringen, um die Voteile 100% nutzen zu können.

Lage des Hauses nach Himmelsrichtungen

Große Fenster an Süd- und Westseite garantieren möglichst viel Sonne in den Räumen und damit im Winter eine bessere Erwärmung zum Nulltarif. Doch Vorsicht: Die großen Fenster wirken im Hochsommer gegenteilig - sie heizen die Räume zu stark auf. Deshalb ist wichtig dass Schattenspendende Vorrichtungen (Rolladen/Jalousien/Markisen) geplant und eingebaut werden, damit das Haus nicht zur Sommersauna wird.

Wer neu baut und etwas mehr Geld ausgeben kann für die Südfenster, der sollte selbstabdunkelnde Glasscheiben einbauen lassen. Sogenanntes "Thermochromes Glas" ist ein Glastyp, der als Sonnenschutzverglasung dient. Es bildet heutzutage eine echte Alternative zu herkömmlichem Sonnen- und Sichtschutz wie Jalousien oder Rollläden. Thermochrome Gläser ändern mit Hilfe von Sonneneinstrahlung und Wärme ihre Färbung. Sie können bis zu knapp 90 Prozent der Strahlung abfangen – stromfressende Klimaanlagen und Kühlgeräte werden abgelöst: Das spart Energie und Kosten und dient der Umwelt. Daher setzen Architekten und umweltbewußte Bauherren zunehmend auf diese Methode.

Die untere Grafik zeigt, wie das leicht nach Süden gedrehte Haus über die Fensterfront die Sonnenenergie jetzt voll ausnutzt:

Lage des Hauses nach Himmelsrichtungen

Mit dieser Verbesserung der Planung werden die Anforderungen an ein "Niedrig-Energie-Haus" viel leichter erfüllt.

Dachfirst in Ost-West-Ausrichtung

Wenn der Architektenplan und die Bauordnung es erlauben, sollten Sie den Dachfirst in Ost-West-Richtung ausrichten. Diese Ausrichtung ermöglicht die optimale Positionierung einer Solaranlage auf der Südseite des Daches. Sollten Sie eine Photovoltaik-Anlage in der Zukunft nutzen wollen, ist diese Dach-Ausrichtung optimal. Ausserdem bietet die Südseite des Daches preiswerte Möglichkeiten von Verglasungen (Dachfenster) für eventuelle Dachwohnungen, ohne dass Dachgauben kostspielig in das Dach integriert werden müssen.

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Der "funktionierende" Grundriss ist wichtig

Der Grundriss sollte praktisch und auf die Bedürfnisse der Bewohner geplant sein. Der schönste Grundriß auf dem Papier ist nicht viel wert, wenn er in der Praxis "nicht funktioniert".
So sollte darauf geachtet werden, daß der Wohnraum ideal mit dem Essbereich und der Terrasse verknüpft ist. Der Eingangsbereich sollte in die Diele übergehen, ein Gäste-WC und eventuell ein Arbeitsbereich (Büro) sollten von hier begehbar sein, ohne durch den Wohnraum laufen zu müssen.

Andererseits ist es ideal, wenn Schlafbereich, Bad und Ankleideraum oder auch Kinderzimmer eine Gruppe von Räumen mit kurzen Wegen bilden. Auch ein Schlafzimmer mit "Bad ensuite" - also ein Schlafzimmer mit eingebautem Bad - ist das höchste Glück für manche Frau, kann sie sich doch hier gleich direkt vom Bett ins Bad "fallen lassen".

Beim Aufteilen der Räume und Lebensbereiche müssen Fenster nach Süden und Fenster nach Norden so eingeplant werden, daß möglichst viel Sonne im Wohnbereich eingefangen werden kann und Räume, die nur selten benutzt werden (Hauswirtschaftsraum, Toilette, Eingang) eben nach Norden oder Osten blicken. Auch die Schlafräume werden sinnvollerweise nicht nach Süden ausgerichtet, da diese Räume immer kühler sein sollen. Um zu vermeiden, dass sich das Schlafzimmer gegen Ende des Tages von der Nachmittagssonne aufheizt, platziert man es beispielsweise auf der Ostseite, was zudem den Vorteil hat, dass man morgens von den ersten Sonnenstrahlen schon geweckt wird. Wenn das Schlafzimmer nach Westen zeigt, kann auch eine Terrasse mit vorgezogener Überdachung die Sonne daran hindern, tief ins Schlafzimmer zu scheinen. Auf der Terrasse hat man dann den Vorteil die Abendsonne nutzen zu können - ideal für den Familien-Grillabend.

Garagen, Anbauten oder auch Carports sollten übrigens immer an der "kalten" Seite des Hauses liegen, um als Pufferzonen in der Wärmedämmung zu dienen (Niedrig-Energie-Konzept). Eine Garage oder ein Hobbyraum ist also an der Nordseite oder der Ostseite am Haus angebaut und nicht im Süden, wie unsere einfach Grafik veranschaulicht:

Lage des Hauses nach Himmelsrichtungen

▶ 25 Tipps zum besseren Bauen für private Bauherren lesen Sie hier!

▶ Expertentipps zur Hausplanung und zum Hausbau: Erst denken dann planen!

Photovoltaik auf dem Dach nach Süden
Bild: Die Solaranlage (Photovoltaik-Anlage) auf der Südseite des Daches speichert die meiste Sonnenenergie. (Bild von Stefano Ferrario auf Pixabay.com)

  Baupraxis Link Tipp

Solarvordach - nachts mit LED Beleuchtung

Solarstrom Terrassendach: Vorteile, Nachteile, für wen lohnt es sich?

Mit einem Solarstrom Terrassendach erzeugen Sie eigenen Strom neben der Annehmlichkeit eines Wetterschutzes über Ihrer Terrasse. Auch auf bereits bestehenden Terrassenüberdachungen kann die Installation von Solarmodulen erfolgen. Mit dem selbst erzeugten Strom können Sie Ihre elektrischen Geräte im Haushalt auf autarke Weise versorgen.  Lesen Sie unsere Tipps!



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