Legionellen: Gefährliche Keime im Trinkwasser-Speicher

Was sind Legionellen: Legionellen sind Bakterien, die praktisch überall in der Natur vorkommen, also auch im Trinkwasser.

DuschkopfBildquelle: pixabay.com

Legionellen können Krankheiten verursachen.

Die Gefahr einer Erkrankung besteht durch das Einatmen von kleinsten Wassertropfen, sogenannten Aerosolen. Dadurch gelangen die Bakterien in die Atemwege und können eine Lungenentzündung verursachen. Mit Legionellen belastetes Trinkwasser kann hingegen ohne jegliche Gefahr getrunken werden. Von Legionellen hervorgerufene Krankheiten können als einzelne Fälle oder als Ausbrüche auftreten. Die Infektionen sind häufiger und/oder verlaufen schwerer bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem. Daher erkranken geschwächte Personen in Spitälern, Kranken- und Behindertenheimen sowie ältere Menschen am ehesten an Legionellen. Lesen Sie unsere Tipps, wie Sie zumindest in Ihrem eigenen Zuhause diese Gefahren mindern:

Wo treten Legionellen am häufigsten auf:

Die wichtigsten Infektionsquellen im Trinkwasserbereich sind:
• Zapfstellen von Warmwasserverteilsystemen, besonders mit der Bildung von Aerosolen wie z. B. beim Duschen
• Klimaanlagen mit Befeuchtungseinrichtungen und zugehörige Kühltürme
• Whirlpoolanlagen (mit stehendem lauwarmem Wasser)

Legionellen werden erst ab 55 Grad Celsius getötet

Tipp 1: Betrieb Ihrer Warmwasser-Anlage: Wer die Temperatur im Warmwasserkessel zum Energiesparen zu weit absenkt, riskiert gefährliche Bakterien im Wasser. Darauf weist der Informationsverein Besser Bauen (IVBB) hin. Im Brauchwasser (also dem warmen Wasser in Ihrer zentralen Warmwasseranlage zum Duschen, für die Küche etc. oder Ihrem Elektroboiler) mit Temperaturen zwischen zwischen 32 und 42 Grad können sich sogenannte Legionellen optimal vermehren. Die Aufnahme derart belasteten Wassers kann eine einfache Grippe, aber auch die unter Umständen tödliche Legionärskrankheit hervorrufen.

Tipp 2: Erst in einer Warmwassertemperatur von über 50 Grad Celsius haben die Keime kaum Überlebenschancen. Eine Kesseltemperatur von 60 Grad ist das ideale Mittel zwischen Gesundheit und niedrigem Energieverbrauch. Oder: wer die Kesseltemperatur nicht ständig auf 60 Grad halten kann oder will, der sollte mindestens einmal wöchentlich die Temperatur auf 60 bis 70 Grad erhöhen (mittels Programmierung oder per Hand), um die Keime abzutöten. Anschließend mit dem heißen Wasser aus dem Brauchwasserkessel alle Zapfstellen einmal heiß durchlaufen lassen, um auch eventuelle Keime in den Leitungen und Wasserhähnen, Duschköpfen abzutöten bzw. auszuschwemmen.

Tipp 3: Durch eine ständige Umwälzung des Warmwassers bis vor die Zapfstelle kann die Keimgefahr weiter reduziert werden. Stehendes Wasser im Wasserspeicher ohne Bewegung und Umwälzung mittel einer Pumpe ist also ein zusätzliches Risiko. Lassen Sie sich am besten vom örtlichen Heizungs- und Sanitär-Fachmann beraten, der auch Ihre Warmwasseranlage entsprechend umrüstet und richtig einstellt, so dass Sie keine Bildung von Legionellen im Brauchwasser-Haussystem befürchten müssen.



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