Sicher und sorgenfrei verreisen: So schützen Eigentümer Haus und digitale Identität während des Urlaubs


Ein leerstehendes Haus während der Urlaubszeit weckt nicht nur bei Einbrechern Interesse. Auch im digitalen Raum hinterlassen Reisende oft unbewusst Hinweise, die Rückschlüsse auf ihre Abwesenheit ermöglichen. Heutzutage muss man sich bewusst sein, dass ein wirksames Sicherheitskonzept über den klassischen Einbruchschutz hinausgehen muss.

Smart Home Touch Screen
Bild: Smart Home Lösungen sind praktisch, sollten aber im Urlaub mit Vorsicht aus der Ferne via Internet genutzt werden. (Bildquelle: freepik.com)


Neben technischen Maßnahmen zur Sicherung des Hauses gehört auch ein sensibler Umgang mit persönlichen Informationen im Internet. Da immer mehr Hausbesitzer Smarthome-Funktionen nutzen, finden sich viele Chancen, aber auf der anderen Seite auch Risiken.

Smarte Sicherheitstechnik schützt Haus und Grundstück

 

Quelle des Videobeitrages: ARD Marktcheck | SWR

Technische Lösungen ermöglichen eine lückenlose Überwachung des Hauses – selbst aus weiter Entfernung 

Besonders effizient sind Systeme, die mehrere Komponenten kombinieren:

■ Überwachungskameras mit Livezugriff liefern Echtzeitbilder direkt auf das Smartphone und zeichnen Bewegungen im Eingangsbereich oder rund ums Haus auf. Wichtig ist die gesetzeskonforme Platzierung der Kameras, um die Privatsphäre Dritter zu wahren.

Bewegungsmelder mit Lichtsteuerung schrecken unerwünschte Besucher ab. Sobald sich jemand dem Gebäude nähert, werden Wege, Eingänge oder Terrassen ausgeleuchtet.

Tür- und Fenstersensoren registrieren jede Veränderung und lösen bei unbefugtem Zugriff Alarm aus. Je nach Modell erfolgt die Benachrichtigung direkt an den Eigentümer oder an eine Notrufzentrale.

Smarte Rollläden oder Jalousien lassen sich zeitgesteuert öffnen und schließen. In Kombination mit programmierbaren Lichtquellen entsteht der Eindruck, das Haus sei bewohnt.

Viele dieser Systeme lassen sich per App zentral steuern, individualisieren und bei Bedarf mit Nachbarn oder Verwandten teilen. So kann eine vertrauenswürdige Person bei Auffälligkeiten schnell reagieren, auch wenn der Eigentümer selbst im Ausland ist.

Vertrauen stärken: Nachbarschaftshilfe und organisatorische Maßnahmen


Technik allein ersetzt keine soziale Kontrolle. Nachbarn, Freunde oder Hausverwalter, die regelmäßig nach dem Rechten sehen, stärken die Sicherheitskette. Wer für die Urlaubszeit eine Person des Vertrauens einbindet, sorgt für gefegte Gehwege, gegossene Pflanzen oder geleerte Briefkästen. Spontane Vorfälle wie ein geplatzter Gartenschlauch oder Stromausfall können auf diese Weise zeitnah erkannt und behoben werden.

Ergänzend dazu empfiehlt sich die Nutzung von Zeitschaltuhren für Beleuchtung im Innenraum, das Entfernen sichtbarer Wertgegenstände von Fensterbänken sowie das Abschließen und Sichern von Garagen, Kellertüren und Gartenzugängen. Gerade bei freien Treppen zum Keller kann ein Einbrecher in Ruhe und völlig ungesehen arbeiten und über die Kellertüre eindringen.

Digitale Sicherheit beginnt vor der Abreise


Viele Einbrüche geschehen nicht zufällig. Wenn man zum Beispiel bei Instagram öffentlich ankündigt, wann und wie lange die Urlaubsreise stattfindet, werden unbeabsichtigt Hinweise auf eine günstige Gelegenheit zum Einbrechen geliefert. Deshalb ist digitale Zurückhaltung vor der Urlaubsreise oder Geschäftsreise ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsstrategie gegen Einbruch und Raub. Es genügt, wenn die involvierten Personen mündlich Bescheid wissen, wann man wie lange auf Reisen sein wird.

Konkrete Maßnahmen im Überblick

Urlaubsankündigungen vermeiden: Reisepläne sollten nicht in sozialen Netzwerken oder öffentlichen Gruppen geteilt werden. Dazu gehören auch Standortmarkierungen oder automatische Posts über Fitness-Apps.

Fotos erst nach der Rückkehr veröffentlichen: Bilder vom Strand oder Hotel sollten nicht in Echtzeit geteilt werden. Kriminelle durchsuchen gezielt soziale Profile nach solchen Informationen, um bei entsprechenden Immobilien einzubrechen.

Privatsphäre-Einstellungen prüfen: Nur ausgewählte Personen sollten Einblick in persönliche Beiträge haben. Plattformen wie Facebook oder Instagram bieten entsprechende Einschränkungen.

Smarte Geräte absichern: WLAN-Router, Überwachungskameras oder Sprachassistenten benötigen starke Passwörter und aktuelle Firmware.

Router-Fernzugriffe sollten nur dann aktiviert sein, wenn sie wirklich gebraucht werden: Diese Funktion öffnet Hackern viele Möglichkeiten und ein Zugriff per Internet muss auf jeden Fall gut gesichert werden.

Auch im Urlaub selbst ist Vorsicht geboten: Öffentliches WLAN in Hotels oder Flughäfen birgt Risiken. Der Zugriff auf die Haussteuerung oder das Online-Banking sollte über gesicherte Verbindungen erfolgen, idealerweise mit VPN. Je nach Anbieter und Smartphone-Vertrag können viele SIM-Karten auch im Ausland verwendet werden. Für den Zeitraum einer Reise besteht immer die Möglichkeit, eine PrePaid SIM-Karte zu verwenden, wenn man eine Nummer im Ausland nutzen und angeben möchte, aber nicht die Hauptnummer verwendet werden soll.

Was tun, wenn trotz aller Maßnahmen eingebrochen wird?


Wird das Haus während der Abwesenheit leider doch Ziel eines Einbruchs, kommt es auf schnelles Handeln an. Die Polizei muss umgehend informiert werden. Entweder vom Besitzer bei der Rückkehr oder direkt von den Vertrauenspersonen. Um auf einen solchen Fall vorbereitet zu sein, sollte man Fotos und Listen des Hausrats haben. Dadurch kann man dann eine Liste über die entwendeten Gegenstände erstellen. Am besten speichert man diese Fotos in einer sicheren Cloud und nicht auf einer lokalen Festplatte. Diese könnte bei einem Einbruch entwendet werden und die Nachweise wären dahin.

Eine bestehende Hausratversicherung deckt in der Regel Einbruchdiebstahl ab – vorausgesetzt, es liegen sichtbare Spuren des Einbruchs vor. Viele Versicherer fordern zudem eine polizeiliche Anzeige und Nachweise wie Rechnungen oder Seriennummern der Geräte, die entwendet wurden. Wer solche Dokumente vorab digital sichert, beschleunigt die Abwicklung im Schadensfall.

Zahl der Wohnungseinbrüche unverändert hoch

Entwicklung der versicherten Wohnungseinbrüche seit 2005 bis 2024:
(Anzahl der Einbrüche in Tausend)
Einbruch Statistik 2005 bis 2024
Quelle: www.gdv.de

Die Zahl der versicherten Wohnungseinbrüche stagniert auf hohem Niveau. Insgesamt zählten die deutschen Versicherer 2024 rund 90.000 Wohnungseinbrüche, fast genauso viele wie 2019 vor der Corona-Pandemie. Der coronabedingte Rückgang der Einbruchzahlen hat sich somit nicht fortgesetzt. 2021 lag die Zahl der Einbrüche noch bei rund 70.000, im Jahr 2022 waren es dann schon rund 80.000.
Die Schadenhöhe aller versicherten Einbruchdiebstähle stieg von 2023 auf 2024 um 20 Millionen auf insgesamt 350 Millionen Euro.

Sicherheit durch Planung und digitales Bewusstsein


Ein ganzheitlicher Sicherheitsansatz vereint physische Schutzmaßnahmen mit digitaler Wachsamkeit. Smarte Systeme, organisatorische Vorkehrungen und der bewusste Umgang mit Informationen im Internet bilden gemeinsam ein wirksames Schutzschild für Haus und Eigentum. Wenn man sich vor der Abreise gut vorbereitet, schafft man die Grundlage für einen sorgenfreien Urlaub und die Rückkehr ins Eigenheim ohne Überraschungen. Lesen Sie auch den nachfolgenen BauPraxis Link Tipp zur Schaffung eines sicheren Zuhauses.



  BauPraxis Link Tipp

Einbrecher am Fenster
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Die Gestaltung und Sicherheit eines Zuhauses sind entscheidende Faktoren für Wohlbefinden und Schutz. Während das Wohnzimmer als Mittelpunkt des häuslichen Lebens Komfort und Stil vereinen sollte, benötigt das gesamte Haus zugleich effektive Sicherheitsmaßnahmen gegen Einbrüche. Wir geben Ihnen in diesem Artikel einige wichtige Tipps.


 

 

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