Baugeld knackt 1-Prozent-Marke: Lockdown-Lockerungen führen zu festeren Zinsen bei Immobilienkrediten


Anziehende Wirtschaft und zunehmende Inflation treffen auf expansive Geldpolitik
Steigende Materialkosten könnten Immobilienkäufer stärker belasten als etwas höhere Zinsen
Expertenrat: Mehrheit prognostiziert auf Jahressicht weiter anziehende Konditionen

interhyp

München, 03. Juni 2021 - Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG:

"Aktuell ist noch nicht abzusehen, wie nachhaltig der Anstieg der Inflation und die Konjunkturerholung sind. Dennoch überwiegt der Optimismus an den Märkten. Impferfolge, Lockdown-Lockerungen und Nachholeffekte haben die Zinsen im Mai weiter leicht steigen lassen. Immobilienkäufer zahlen Anfang Juni rund 1 Prozent für ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung. Das ist immer noch ein niedriger Zins verglichen mit den Vorjahren, aber trotzdem doppelt so viel wie zu Jahresbeginn - als Bestzinsen von rund 0,5 Prozent möglich waren. Die Mehrheit der von uns im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer befragten Experten sieht kurzfristig ein gleichbleibendes Zinsniveau, langfristig aber weiteres Aufwärtspotenzial. Mit Blick auf die anhaltend lockere Geldpolitik der Notenbanken werden die Finanzierungskosten für Immobilieninteressenten in 2021 dennoch sehr überschaubar bleiben. Ein größeres Augenmerk sollte indes den teilweise extrem gestiegenen Materialkosten beim Bau gelten. Diese könnten sowohl die Neubaupreise treiben als auch das Finanzierungsverhalten verändern."

Die Corona-Pandemie, bei der wir nun hoffentlich ein Licht am Ende des Tunnels sehen, hat uns vor allem eines gelehrt: Viele Dinge lassen sich nur schwer oder nicht vorhersehen. Das gilt ebenso für das Ende der Mietpreisbremse in Berlin wie für die plötzliche Materialkostenexplosion bei Baustoffen. Der Holzpreis hat sich binnen eines Jahres um 400 Prozent verteuert, Dämmmaterial wie Styropor verteuerte sich im April um 50 Prozent und Betonstahl auf Jahressicht um rund 30 Prozent.

Umso wichtiger ist es, sich bei einer so großen finanziellen Entscheidung wie einem Immobilienkauf nicht nur von Entscheidungen der Politik oder Entwicklungen des Marktes leiten zu lassen - sondern vor allem auch von inneren Wünschen und Bedürfnissen. Das gilt besonders für Eigennutzer, die ihr Haus oder die Wohnung selbst bewohnen möchten. Wer auf kurzfristige Tendenzen, Preisentwicklungen oder allein die Zinsen baut, muss seine Entscheidung langfristig dennoch vor allem vor sich selbst rechtfertigen. Zwei Dinge gilt es zu beachten: Wer eine Grundsatzentscheidung für das eigene Zuhause getroffen hat, sollte erstens den Markt gut beobachten. So kann man ihn verstehen und Chancen erkennen und nutzen. Zweitens muss man sich mit der finanziellen Entscheidung vor allem im Alltag über Jahre hinweg wohlfühlen. Die Entscheidung fürs Wohneigentum muss für einen aufgehen, ohne dass sie von anderen Entwicklungen abhängig ist, die man, wie eingangs geschildert, selten exakt vorhersehen oder beeinflussen kann. Eine solide und nicht zu knapp gestrickte Finanzierung ist dabei sehr hilfreich.

Interessenten mit Finanzierungsbedarf sollten jetzt einen Beratungstermin vereinbaren - sei es per Video, sei es per Telefon.

Interhyp Expertenrat

Dem etwas höheren Zinsniveau sollten Immobilienkäufer mit Besonnenheit begegnen. Wir empfehlen für Erstkäufer langfristige Zinsfestschreibungen und möglichst hohe Anfangstilgungen. Eigentümer mit einer nahenden Anschlussfinanzierung sollten prüfen, ob sie die aktuellen Zinsen durch Forward-Kredite oder rechtzeitige Prolongationen jetzt sichern – um sich den noch immer bestehenden Zinsvorteil gegenüber den Erstkonditionen von vor fünf oder zehn Jahren zu sichern. Die höheren Materialkosten und Lieferengpässe beim Bau sollten ebenfalls verstärkt in der Finanzierung bedacht werden.

Wir raten einerseits, Kredite in Bezug auf die Bereitstellungszinsen und bereitstellungszinsfreie Zeiten zu vergleichen. So lassen sich Zinskosten vermeiden oder minimieren, die durch eine spätere Baufertigstellung und einen verzögerten Kreditabruf entstehen. Außerdem sollten Kreditnehmer prüfen, ob sie beim Eigenbau auch einen Kredit stemmen können, der theoretisch 20 Prozent über der ursprünglich geplanten Kreditsumme liegt. So können Kreditnehmer mögliche Nachfinanzierungen von Anbeginn einkalkulieren und besser verkraften.



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Zins- und Marktumfeld

Ob in Deutschland oder vielen europäischen Nachbarländern – vielerorts gehen angesichts sinkender Inzidenzwerte und breiter Impferfolge Lockdowns zu Ende. Mit dem Auslaufen der Restriktionen blühen insbesondere die Tourismus-, die Gastronomie- und die Freizeitbranche auf. Die Konjunktur nimmt weiter Fahrt auf, auch wenn die wirtschaftlichen Bremsspuren aus dem ersten Quartal teilweise jetzt erst sichtbar werden.

Die Wirtschaft im Euroraum soll nach Einschätzung der EU-Kommission dieses und kommendes Jahr schneller wachsen. Die Brüsseler Behörde rechnet in den 27 EU-Staaten für 2021 aktuell mit 4,2 Prozent Wachstum, in den 19 Staaten der Eurozone mit 4,3 Prozent. Für 2022 wird sowohl für die EU als auch für die Eurozone ein Plus von 4,4 Prozent vorhergesagt. Die USA präsentieren sich gleichfalls robust. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist auf den tiefsten Stand seit Pandemie-Beginn gefallen, zudem steigt die Konsumlust.

Als bremsend könnten sich auch bei der Konjunktur die gestiegenen Materialkosten und Lieferengpässe erweisen. Zudem bleibt abzuwarten, wie sich die Inflation entwickelt. In den USA stiegen die Konsumentenpreise im April um 3,6 Prozent und damit so stark wie lange nicht mehr. Die Bundesbank sieht bis Jahresende einen Inflationsanstieg auf bis zu vier Prozent, heißt es im jüngsten Bericht. Ursache seien die nach der Corona-Delle erstarkende gesamtwirtschaftliche Nachfrage, die Rohstoffe und Nahrungsmittel sowie Vorprodukte bereits verteuert hat.

Die Inflation ist von den Notenbanken lang ersehnt, wird jedoch mit Vorsicht betrachtet. Die Teuerung lag die letzten Jahre weit unter der angestrebten Zielmarke von knapp unter zwei Prozent. Es ist daher davon auszugehen, dass die Notenbanker selbst die aktuell deutlich höheren Steigerungsraten nicht zum Anlass nehmen, die Geldpolitik zu ändern. Die Finanzierungsbedingungen müssen gut und Geld Leihen muss vorerst billig bleiben. Für eine Trendwende bei der Geldpolitik müsste die Inflation dauerhaft zurückkehren und sich der Aufschwung nach der Corona-Rezession als nachhaltig erweisen. Der aktuelle Marktoptimismus allein reicht dafür nicht aus – zumal sich die Pandemie zwar auf dem Rückzug befinden mag, jedoch noch lange nicht besiegt ist.

Diese Markteinschätzung spiegelt sich auch in den Renditen der Bundesanleihen wider, die neben dem Leitzinsniveau als wichtige Benchmark für die Immobilienfinanzierung gelten. Die Nachfrage nach den als extrem sicher geltenden Papieren ist im Mai zwischenzeitlich so stark zurückgegangen, dass die Renditen nach langer Zeit dem positiven Bereich erstmals wieder nähergekommen sind. Noch aber steht ein Minuszeichen vor den Zinsen.

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Die Marktexperten erkennen positive Konjunktureffekte, sehen jedoch den geldpolitischen Korridor der Zentralbanken als zinsbestimmend. Kurzfristig wird eine Seitwärtsbewegung als wahrscheinlich betrachtet, langfristig könnten die Zinsen weiter steigen.


Zinsentwicklung 10 Jahre



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* Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben wir Experten der Allianz, der Commerzbank, der DKB, der ING Deutschland, der MünchenerHyp, der Postbank, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Santander und der Sparkasse Hannover zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung befragt. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "gleichbleibend", "fallend" oder "steigend" angegeben haben.

Interhyp Bester Baufinanzierer 2020** Repräsentatives Beispiel: Bei 2/3 der durch die Vermittlung der Interhyp AG, Domagkstraße 34 in 80807 München, zustande kommenden Verträge, erhalten Interhyp-Kunden einen festen Sollzins von 0,95% p.a. und einen effektiven Jahreszins von 0,95% p.a., unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Verbraucherdarlehensvertrages 29 Jahre, 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 658,33 Euro. Weitere etwaige Gebühren (z.B. Teilauszahlungszuschläge, Auslagen (z.B. Grundbuchkosten)) und sonstige Kosten können anfallen. Sofern der Darlehensnehmer diese im Zusammenhang mit dem Vertrag zu tragen hat, kann sich der effektive Jahreszins erhöhen. Der zu zahlende Gesamtbetrag während der Sollzinsbindung beläuft sich auf 81.499. Die Restschuld am Ende der Zinsbindung beträgt 137.084,06 Euro. Weitere Voraussetzungen: Einwandfreie Einkommens- und Vermögenssituation, erstrangige Besicherung über ein Grundpfandrecht, Auszahlung in einer Summe. Die Konditionen können auch regional sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.


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