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· Tipps zum Wohnen und Leben im Haus

Wohnraum vom Schimmel befreien:
Lässt sich Schimmel in den heimischen vier Wänden nieder, ist er für die Bewohner oft mehr als ein hygienisches Problem.














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Lässt sich Schimmel in den heimischen vier Wänden nieder, ist er für die Bewohner oft mehr als ein hygienisches Problem. Je nach Ausmaß, kann Pilzbefall der Gesundheit schaden und sollte beseitigt werden. Hier hilft fachlicher Rat, denn nur geringer Befall ist zur Sanierung auf eigene Faust empfehlenswert.

Schimmelpilz ist ein natürlicher und meist harmloser Teil der Umwelt. Lästig wird er jedoch im Wohnraum, wo er sich durch modrigen Geruch oder dunkle Flecken an Wänden und Möbeln bemerkbar macht. Doch Schimmel ist nicht nur unschön, er kann auch Bausubstanz, Mobiliar und schlimmstenfalls die Gesundheit der Bewohner schädigen. Zum Gedeihen braucht Schimmel dabei nicht viel: wohlige Temperaturen und besonders Feuchtigkeit.

Wohnräume enthalten naturgemäß viel davon, denn Duschen, Kochen und Atem schaffen feuchte Wohnraumluft. Heikel wird die Raumluftfeuchte aber erst, wenn sie durch unsachgemäßes Lüften oder Baumängel ein gewisses Maß übersteigt. Dann kann Schimmel einziehen, denn einen Nährboden bieten viele Materialien: Holz, Tapete, Teppich, Kunststoffe, Textil und Leder.

Schimmel unter Tapete im Badezimmer
Bild: Das Ausmaß des Pilzbefalls ist nicht immer leicht zu beurteilen, denn Schimmel entsteht oft im Verborgenen, wie hier unter einer Tapete im Badezimmer.


Zunächst gilt es, die Ursache des Schimmelbefalls aufzuspüren und zu beheben. Hier ist sachverständige Hilfe ratsam, denn Schimmel entsteht oft an unsichtbaren Stellen. Um starken Befall mit mehr als etwa 20 bis 50 Quadratzentimeter Fläche sollten sich stets Fachfirmen kümmern. Ist der Pilz nur oberflächlich oder in der Fläche kleiner als ein halber Quadratmeter, kann man ihm auf eigene Faust zu Leibe rücken.


Möbel - auf die Oberfläche kommt es an

Besonders stört Schimmel die Wohnbehaglichkeit in und auf Möbeln, Teppichen und Haushaltstextilien. Geschlossene Möbelflächen, etwa Stühle und Schränke, können bedenkenlos abgewischt und getrocknet werden. Danach kann mit hochprozentigem Ethylalkohol desinfiziert werden. Hierbei ist stets die Brand- und Explosionsgefahr zu beachten. Gepolsterte Möbel, Textilien oder Teppiche sind dagegen selten mit lohnendem Aufwand gründlich zu reinigen. Handelt es sich also nicht gerade um ein wertvolles Stück, ist eine Entsorgung vernünftiger.


Glattes und saugfähiges Material

Während sich Schimmel von glatten Oberflächen wie Metall, Keramik und Glas kurzerhand mit Wasser und Haushaltsreiniger abwischen lässt, kann poröses Material nur schwer oder gar nicht gereinigt werden. Denn saugfähige Materialien wie Tapeten, Gipskartonplatten oder poröses Mauerwerk lassen Schimmel in tiefere Schichten dringen und sollten daher entfernt werden.

Holz

Oberflächlicher Pilzbefall auf Holz ist in der Sanierung nicht aufwendig. Die so genannte Holzbläue kann in Ausnahmefällen auf unbehandeltem Holz sogar einfach abgehobelt werden. Ist Holz aber aktiv und stark vom Schimmel befallen, etwa nach einem Feuchteschaden, kann es nur mühsam saniert werden. Das betroffene Holz dann besser fachgerecht ausbauen und entsorgen.

Sanierung nur mit Schutzmaßnahmen

Wer eigenhändig saniert, sollte der Gesundheit zuliebe auf Vorsichts- und Schutzmaßnahmen achten. Gerade wenn man befallenes Material beseitigt, wirbelt das Schimmelsporen auf. Schimmelsporen verursachen rund ein Drittel aller Allergien und zählen damit zu den aggressivsten Allergieauslösern für Menschen. Um diese nicht einzuatmen und zu berühren, helfen Schutzhandschuhe, Mundschutz und Schutzbrille. Nach getaner Arbeit sollte man mit Schimmel belastete Abfälle in Plastiktüten in den Hausmüll geben, Kleider waschen und duschen.



Tipp zur Vermeidung bzw. zur Verhin derung von Schimmel in der Wohnung:

Prüfen Sie mit einem Hygrometer die relative Luftfeuchte in der Wohnung. Sie sollte zwischen 40 und 60 Prozent betragen. Messen Sie mit einem Thermometer die Temperatur an den Wänden. Sie sollte nirgends unter 16 Grad Celsius liegen.

Betroffen sind vor allem Schlafzimmer. Sie liegen oft auf der kühlen Nordseite des Hauses. Viele Menschen schlafen gern kalt, drosseln die Heizung und lüften selten. Viele lassen zudem nachts die Schlafzimmertür offen, um das Zimmer durch die anderen Räume indirekt zu heizen. Dann strömt zusätzlich feuchtwarme Luft ins kalte Zimmer und kondensiert an den Wänden. Besonders problematisch sind schlecht belüftete Stellen hinter Vorhängen, Betten und Schränken, die zu dicht an der Wand stehen. Ebenfalls kritisch: Wandschränke, Abstellkammern, Jalousiekästen, Badezimmer.

Lassen Sie keinen Raum zu sehr auskühlen. Je kühler die Räume, desto größer die Schimmelgefahr. Vor allem das Bad sollte immer gut beheizt sein. Je mehr Feuchtequellen es in der Wohnung gibt, desto wichtiger ist Lüften. Mindestens dreimal am Tag die Fenster weit öffnen, sodass Frischluft quer durch die Wohnung weht. Fünf Minuten reichen meist. Je kälter es draußen ist, desto wirkungsvoller ist es, denn trockene Kaltluft kann viel Wasser aufnehmen.

Übrigens eine der besten Vorsorgemaßnahmen sind Wohnraumlüftungsanlagen, die bei Renovierung oder Sanierung auch in Altbauten eingebaut werden können. Heute gibt es bereits viele Modelle zum Nachrüsten auch in Etagenwohnungen.



Foto: Ultrament GmbH & Co. KG

· BauPraxis Link-Tipps:
KlimagriffEin neuer "KLIMAGRIFF" am Fenster sorgt für optimale Raumlüftung und beugt Schimmelbildung vor.
Er speichert nicht nur die Temperatur und Luftfeuchtigkeit sondern auch die Fensterflügelposition bzw. den Zeitraum, in welchem die Fensterflügelposition entweder geschlossen und teil- oder ganz geöffnet ist, um so zu errechnen, ob gelüftet werden sollte.
Richtig gesund lüften> Heim-Vorteil: Gesundes Raumklima
> Kontrollierte Wohnraumlüftung führt im Kampf gegen Schimmel, Schadstoffe und allergieauslösenden Pollen garantiert zum Sieg.
Fast jeder 6. Haushalt ist betroffen: Sichtbarer Schimmelpilzbefall lautet die Diagnose aus einer repräsentativen Studie von immowelt.de. Denn im Zuge energetischer Sanierungen an Gebäuden wird die natürliche Lüftung über Ritzen und Fugen im Mauerwerk so stark reduziert, dass Räume leichter "überfeuchten" und damit Schimmel den Weg ebnen. Hier ist die Lösung.
Rheinschmidt>Moderne Gebäude - ein Leben in der Thermoskanne? Denken Sie an "gesundes Wohnen": So lüftet man richtig... Im Rahmen der zwingend notwendigen Bemühungen um Energieeinsparungen und CO2-Reduzierung werden Häuser in Deutschland bautechnisch immer mehr wärmeisoliert. Ein Beitrag von Rolf Rheinschmidt - Gesundheit und Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden.

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