Homepage
BauPraxis.de Lexikon der Bautechnik
Navigationsleiste A-Z

T

Bautechnische Begriffe und Beschreibungen


Tageslicht
Tageslicht mit einem Sichtkontakt nach außen ist zur Behaglichkeit der Menschen notwendig. Dunkelhallen brachten psychische Störungen. Helle Wand- und Deckenflächen verbessern die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung. Die Fensterfläche sollte mindestens ein Achtel der Raumgrundfläche betragen.

Taupunkt
Wenn die relative Luftfeuchte beim Abkühlen der Luft 100% überschreitet, fällt Wasser aus.
- Im Sommer als Tau, Regen, Beschlag, Schwitzwasser.
- Im Winter als Reif, Schnee, Eis.
Lesen Sie unsere Hinweise über Tauwasserbildung und die gefährlichen Folgen:


Taupunkt-Temperatur
Tauwasserbildung

Die Grenztemperatur, bei der die relative Luftfeuchtigkeit 100 Prozent beträgt, heißt Taupunkt-Temperatur. Kühlt mit Wasserdampf angereicherte Luft ab, nähert sie sich dieser Sättigungsgrenze. Sie wird an den kältesten Stellen eines Raums am ehesten überschritten, die Luft gibt hier einen Teil des Wassers als Kondenswasser ab. Zusätzlich tragen die Bewohner durch Atemluft, Baden, Waschen und Kochen oder durch falsches Lüftungsverhalten zur Kondensatbildung bei. Es entsteht Tauwasser (Schwitzwasser, Kondenswasser).

Im Winter wandert die warme, wasserdampfhaltige Innenraumluft durch die Außenbauteile nach draußen und kühlt dabei langsam ab. Wenn sie den Taupunkt erreicht, kondensiert die Luftfeuchtigkeit und schlägt sich als Wasser (Tauwasser) nieder. Je diffusionsoffener Baustoffe sind, umso schneller lassen sie natürlich Wasserdampf durch. Monolithische Wände aus mineralischen Baustoffen (wie z.B. Tonziegel) sind diffusionsoffen - der Volksmund sagt auch "atmungsaktiv" - das heißt sie lassen Wasserdampf weitgehend ungehindert passieren und verhindern dadurch eine Tauwasserbildung.

Tauwasser entsteht häufig bei unsachgemäßer, fehlerhafter Verbindung und Abdichtung bzw. luftdichte Wärmedämmung von Bauteilen in der Aussenwand, wo kalte Luft von aussen und warme feuchte Heizungsluft von innen "unkontrolliert" zusammenkommen. Wenn hier keine saubere "luftdichte" Trennung (Abdichtung(Dämmung) erfolgte, gibt es später genau an diesen Stellen verstärkte oben beschriebene Tauwasserbildungen. (Z.B. an schlecht abgedichteten Fensterrahmen, Türrahmen, Rolladenkästen und Gurtführungen bzw. Gurtkästen der Rolladenkästen).

Kondenswassergefährdet sind auch ungünstige Anordnungen von Heizkörpern, Fensterbänken oder Vorhängen, da sie die Luftzirkulation entlang der gesamten Fläche einschränken. Liegt zum Beispiel unter einem Dachwohnfenster eine geschlossene Fensterbank, kann die warme Luft nicht mehr den unteren Bereich des Fensters erreichen. Es können sich in den bauteilen Feuchtigkeit und in Folge davon gefährliche Schimmelpilze oder Ausblühungen bilden.

Kondenswasser lässt sich nur verhindern, wenn die relative Luftfeuchtigkeit unter 100 Prozent bleibt. Das erfordert an jeder Stelle im Raum eine ausgewogene Kombination aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Sobald ein Wert die kritische Grenze erreicht, muss entweder die Temperatur erhöht oder der Feuchtigkeitsgehalt durch richtiges Lüften – mehrmaliger täglicher Durchzug von fünf bis zehn Minuten – gesenkt werden.


Taupunktberechnung
Berechnung, wann und wo die Luftfeuchte kondensiert. Bei Außenwandkonstruktionen aus verschiedenen Werkstoffen kann es in der Wand zu Feuchtigkeitsschäden kommen. Eine Taupunktberechnung ermöglicht einen konstruktiv richtigen Aufbau. Bei einer homogenen Außenwand aus Ziegel oder Porenbeton können Feuchtigkeitsschäden praktisch nicht auftreten.

Temperatur
Maß für den Energiezustand eines Körpers. Einheiten:
a) Kelvin (K), üblich bei Temperaturdifferenzen
b) Grad Celsius (oC), üblich bei Temperaturangaben.

Temperaturdifferenz
Der Wärmeverlust an einem Bauteil wird bestimmt durch seine Größe, seine Wärmedärnmung und durch die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen. Diese Temperaturdifferenz ist sehr unterschiedlich. Während die Innenraumtemperatur in der Regel 20oC beträgt, schwankt die Außentemperatur auf der Außenseite eines Bauteiles stark. Bei strengem Frost beträgt die Außenlufttemperatur - 10oC. Die Bodentemperatur unterhalb der Frosttiefe jedoch etwa + 10oC. Die Temperaturdifferenz am Dach beträgt dann 30 K. Die Temperaturdifferenz am Fußboden eines Raumes, der nicht unterkellert ist, beträgt jedoch +200C minus 10oC = 10 K.
Diese unterschiedlichen Temperaturdifferenzen werden durch das Hüllflächenverfahren nicht erfaßt. Daher wird es in den neuen Wärmedämmvorschriften aufgegeben.

Thermische Behaglichkeit
Sie wird durch zwei Faktoren beeinflußt:
- die Raumlufttemperatur
- die innere Oberflächentemperatur der Außenwände und Fenster.
Im Idealfall sind beide Temperaturen gleich. Das ist auch bei sehr gut gedämmten Außenwänden in der Praxis nicht möglich. Stets ist die innere Oberflächentemperatur einer Außenwand etwas niedriger als die Raumlufttemperatur. Günstig ist es, wenn die Differenz zwischen beiden Temperaturen gering ist. Das ist der Fall bei gut gedämmten Außenwänden.

Thermografie
Mittels Thermografie (thermische Fotografie) kann beim Altbau eine Schwachstellen-Analyse durchgeführt werden, wo Wärmebrücken sind und Wärme aus dem Haus entweicht. So können Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes gezielter und wirtschaftlicher eingesetzt werden - z.B. rund um die Fenster, an den Rolladenkästen, im Dachbereich etc. Auch zur Überwachung von Dämm-Maßnahmen eignet sich Thermografie. So können Bauschäden durch mangelhafte Ausführung vermieden werden (bzw. nachgewiesen werden) und der Wert des Gebäudes ist langfristig gesichert.

Thermostat
Temperaturregelgerät, das die umgebende Lufttemperatur registriert und bei einer eingestellten Temperatur ein Signal an ein Steuergerät weitergibt.
Bezeichnung nach dem Meßpunkt:
- Außenthermostat
- Innenthermostat
Bezeichnung nach dem Gerät, das geregelt wird:
- Kesselthermostat
- Vorlaufthermostat
- Ventilthermostat am Heizkörperventil

Thermostatventile
Ventile am Heizkörper, die thermostatisch geregelt werden. Sie bilden eine unmittelbare Einzelraumsteuerung. Sie reagieren auf jede Veränderung der Raumtemperatur. Bei Sonneneinfall schalten sie sich sofort ab. Diese Ventile sind heute in Deutschland vorgeschrieben.

Ton
Ton ist ein natürlich vorkommendes Material (Lehm) und wird über Tage in Lehmgruben abgebaut, die meistens nahe an den Ziegelwerken oder Dachziegelwerken sind, denn Mauerziegel (Planziegel und Blockziegel, Schallschutzziegel und Vollziegel usw.) sowie Tondachziegel sind Produkte, die vorwiegend aus gebranntem Ton (Lehm) bestehen. Siehe dazu auch Ziegelherstellung unter diesem Link

Tonerde
Unter "Tonerde" versteht man üblicherweise reines, meist synthetisch hergestelltes Aluminium Oxid (Al2O3) bzw. mineralogisch "Korund". Für "Tonerde" sind auch noch div. ergänzende Bezeichnungen gebräuchlich:
Bayer- Tonerde, Tabular- Tonerde, Sinter-Tonerde, Polier- Tonerde, Alpha....- Tonerde, Sinterkorund, Schmelzkorund, Hohlkugelkorund, Braun ...-Korund usw. Ton- Rohstoffe bestehen vorwiegend aus Schichtsilikaten bzw. Aluminium-Hydrosilikaten mit unterschiedlichsten Beimengungen.


Tondachziegel

Tondachziegel gibt es seit über vier Jahrtausenden. Ziegel aus gebranntem Ton bestehen aus natürlichen Rohstoffen unserer Erde, die schonend und umweltfreundlich verarbeitert werden. Tondachziegel nehmen durch die kapilaren Poren im Material Feuchtigkeit als Wasser oder Dampf auf und geben sie relativ schnell wieder an die Luft ab.
Diese Eigenschaft der Diffusionsoffenheit ermöglicht ein gutes Wohnraumklima und schütz außerdem den Dachstuhl durch die Ableitung der Feuchtigkeit. Gleichwohl sind Dachziegel aus Ton absolut regendicht. Über die Jahrzehnte erhalten Tonziegel eine wunderschöne Patina und entwickeln – je nach Material und Oberflächenbehandlung – ihre wahre Schönheit!
Heute werden keramische Dachziegel in verschiedenen Oberflächenveredelungen angeboten, wie z.B. farbigen Engoben und Glasuren.
- Engoben sind natürliche Tonschlämme, die kurz vor dem Brennen aufgesprüht werden und beim Brennvorgang im Ofen eine unlösbare Verbindung mit dem Ziegel eingehen. Durch ihre offenporige Struktur behält der Ziegel seine guten Eigenschaften, wird aber widerstands-fähiger gegen sauren Regen, gegen extreme Witterungen und gegen UV-Strahlen.
- Glasuren zeigen eine glänzende Oberfläche und bieten eine noch größere Resistenz des Ziegels gegenüber aggressiven Umweltbelastungen, verhindern schnelle Vermoosung und einen frühzeitigen Glanzabbau des Tonziegeldaches.

Transmissionswärmeverlust
Wärmeverlust durch die Bauteile: Wand, Fenster, Decke, Boden. Der Transmisslonswärmeverlust läßt sich durch die gute Wärmedämmung eines Hauses wesentlich senken.

Transportbeton
Wird in einem Werk produziert und mit einem Fahrmischer zur Baustelle transportiert. Dort wird er in eine vorher aufgestellte Schalung gegossen, in der er erhärtet. Um spezifische Eigenschaften bei der Erstellung einzelner Bauteile zu erreichen, können Zusatzstoffe, Zusatzmittel oder Fasern eingesetzt werden. Nach der Erhärtung wird die Schalung abgebaut und wieder verwendet. Ebenso gibt es Systeme mit "verlorener Schalung". Das sind Elemente, die im Gebäude verbleiben und als Dämmung oder Putzträger dienen können. Transportbeton eignet sich für alle Anwendungen im Rohbaubereich des Wohnungsbaus. >> Siehe auch Beton

Trass
Dieser aus gemahlenem Tuff bestehende natürliche Stoff (Vulkangestein) wird als
Bindemittel zusammen mit Kalk verwendet.

Trasskalk
Trasskalk eignet sich gut für Mörtel zum Verputzen oder zum Verfugen von Verblendern aus Naturstein. Er wird aus Traß und Kalk gemischt und kann sowohl unter Wasser als auch unter Luft abbinden.

Trasszement
Dieses Gemisch aus Trass und Portlandzement sollte man dann verwenden, wenn der Zement besonders aggressiven Stoffen ausgesetzt ist oder immer mit Wasser in Berührung kommt.

Traufe
Traufe nennt man den Dachfuß, den Abschluß des Steildaches an der Dachrinne. An der Traufe müssen Öffnungen für die richtige Belüftung des Daches vorhanden sein.

Treibhauseffekt
Die auf das Fenster auftreffende Sonnenstrahlung wird vom Fensterglas nur zum geringen Teil absorbiert. Sie gelangt in den Raum, und wird von den Raumflächen und den Gegenständen absorbiert und in Wärme umgewandelt. Die Doppelscheiben der Fenster lassen etwa 70% der auftreffenden Sonnenenergie in den Raum; andererseits erschweren sie das Abwandern der Wärme nach außen. - Dieser Effekt wird schon lange in Gärtnereien genutzt.

Trinkwasser
Unter Trinkwasser versteht man Süßwasser mit einem hohen Reinheitsgrad. Trinkwasser ist für den menschlichen Gebrauch, insbesondere zum Trinken und zur Zubereitung von Speisen, bestimmt und durch kein anderes Element ersetzbar. Im Trinkwasser dürfen keine krankheitsverursachenden Mikroorganismen enthalten sein. Wasser ist für den Menschen ein unersetzlicher Grundstoff, zur Aufrechterhaltung seiner Vitalfunktionen, der in relativ großer Menge benötigt wird. Leider wird heute in der Regel nur 5 % des von Wasserwerken bereitgestellten Trinkwassers zum Trinken verwendet, 95% werden zum Waschen, Duschen, Baden, für die Toilettenspülung und für den Haushalt (Spülmaschine, Waschmaschine, Gartenbewässerung) genutzt. Für den Haushalt könnte in vielen Bereichen auch Brauchwasser und vor allem Regenwasser verwendet werden (z.B. für die Toilettenspülung, die Gartenbewässerung und auch die Waschmaschine). Link: Siehe auch Regenwassernutzung.













Ihre aktive Mitarbeit: Das BauPraxis Bautechnik-Lexikon für Begriffe rund um den Hausbau ist ständig in Bearbeitung und Verbesserung. Wir bitten auch Sie und speziell natürlich die Baustoffindustrie um interessante Beiträge. Wir suchen Begriffe und Formeln, die dem Bauherren und auch den Bauprofis das Arbeiten erleichtern und Licht in das "Fach-Chinesisch" der Baubranche bringen. Bitte senden Sie uns Ihren Beitrag per Email direkt an die Redaktion.

toptop

A | B | C | D | E | F | G | H | I J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z


BauPraxis Lexikon der Bautechnik
http://BauPraxis.de - Copyright - Redaktion@BauPraxis.de