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Bautechnische Begriffe und Beschreibungen


Radiator
Gliederheizkörper aus Guß oder Stahl, mit wasserführenden Kanälen. Wärmeabgabe: 60-70% Konvektionswärme, 30-40% Strahlungswärme.

Radon
Das Edelgas Radon entsteht aus zerfallendem Radium und zerfällt selbst wieder in radioaktive Bestandteile. Der Ausgangsstoff Radium findet sich im Boden und in vielen Baustoffen. Er gelangt über Risse, Leitungen und Fugen ins Haus und damit in die Atemwege. Da mit erhöhter Radonkonzentration die Wahrscheinlichkeit einer Lungenkrebserkrankung steigt, sollte man auf die Auswahl von Baustoffen mit geringem Radiumgehalt achten und vor allem immer für gute Lüftungsmöglichkeiten sorgen.

Raumseitig geschlossener Rolladenkasten
Ein herkömmlicher Rolladenkasten ist unten offen. Das bedeutet: Die untere Öffnung ist lediglich mit einem ungedämmten, dünnen Sperrholz- oder Kunststoffdeckel zur Raumseite hin abgedeckt. Durch diesen Deckel über dem Fenster, der für Einbau und Wartung vorhanden ist - der Fachmann sagt Revisionsöffnung - geht ständig warme Innenraumluft verloren. Das können mehrere Kubikmeter Luft pro Stunde sein. Durch Seitenteile aus Blech entstehen weitere Wärmebrücken. Metall, bester Kälte-Wärme-Leiter, sollte im Mauerwerk nicht eingesetzt werden. Ein Rolladenkasten als Energieleck treibt aber mehr als die Nebenkosten hoch, auch die Anforderungen der Energie-Einsparverordnung (EnEV) für den Rolladen werden nicht erfüllt. Schadenersatzforderungen drohen. Die sichere Alternative zum offenen Rolladenkasten ist die RG-Lösung - raumseitig geschlossen - z. B. von Beck + Heun. Mit dem neuen ROKA RG hat der führende deutsche Hersteller jetzt einen massiven Kasten aus Porenbeton oder Ziegel entwickelt. Das selbsttragende und luftdichte Bauteil hat im Innenraum keinen Deckel mehr, somit keine Fugen und keine energetischen Schwachstellen. Die Rolladenmontage erfolgt nach patentiertem System von aussen. Zudem ist das Innere des Kastens, samt Seitenteilen und Auflagefläche, mit einer hochwertigen Dämmstoff-Schicht aus Neopor ausgekleidet. Dieser extradicke Dämmkeil schirmt den Rollraum nach innen vollkommen ab. Alle gesetzlichen Anforderungen werden erfüllt.

Reaktionszeit
Zeitraum zwischen Einschalten eines Wärmeerzeugers und dem Spürbarwerden der Wärme. Luftheizungen haben eine kurze Reaktionszeit, zum Beispiel Autoheizungen. Speicherheizungen haben eine lange Reaktionszeit, zum Beispiel Kachelöfen.

Reduktionsfaktoren
Die neue Wärmeschutzverordnung beschränkt auch den U-Wert (früher k-Wert) von Decken unter unbeheizten Dachräumen und über unbeheizten Kellern.
Bei der Berechnung des jährlichen Heizenergiebedarfes darf jedoch der anzusetzende Wärmeverlust dieser Decken durch einen Reduktionsfaktor vermindert werden. Mit diesem Faktor berücksichtigt die Wärmeschutzverordnung die Temperaturen in unbeheizten Dachräumen und Kellern, die im Winter stets höher liegen als die Außenlufttemperatur.

Reflexion
Wärme wird zum großen Teil durch Strahlung übertragen. Die Beschichtung der Fensterscheiben mit einer hauchdünnen, undurchsichtigen Metallschicht reflektiert die Wärmestrahlen, die von innen nach außen strahlen. Dadurch wird der Wärmeverlust durch derartige Fenster spürbar gesenkt.

Rissbildung
Damit Mauerwerk nicht durch Witterungseinflüsse geschädigt werden kann, muß man immer auf rissfreien Putz achten.
Die Punkte a) und b) sind erhebliche Bau-und Planungsfehler, die nur von Fachleuten begutachtet und mit großem Aufwand behoben werden können. Berechtigte Ansprüche sollte man in besonders schwierigen Fällen durch einen Rechtsbeistand durchsetzen lassen.
Die Punkte c) bis e) sprechen Fehler an, die man bei einer aufmerksamen Überwachung des Baus vermeiden kann.

a) Risse entstehen aufgrund von Setzung einzelner Gebäudeteile. Die Ursache liegt bei einer mangelhaften Ausführung oder gar Planung des Fundaments. Setzrisse treten auch in ehemaligen Bergbaugebieten auf.
b) Wurde bei der Planung nicht ausreichend oder an den falschen Stellen Arbeits- oder Dehnfugen berücksichtigt, kann es durch Bewegungen in der Bausubstanz zu Rissen kommen.
c) Wurden Fugen nicht oder mit zu schmalen Fugendeckstreifen überklebt, kann es zu Rissen kommen.
d) Wichtig ist, dass Putz oder Mörtel in Fugen nicht zu schnell abbinden darf. Das kann sonst zum Schwinden des Materials und zu Rissen führen.
e) Stoßen Baustoffe mit unterschiedlichem Ausdehnungsverhalten bei Temperaturschwankungen aufeinander, müssen Arbeitsfugen (Dehnfugen) eingeplant und sorgfältig verarbeitet werden.

Rohbau
Der Rohbau ist dann fertiggestellt, wenn das Fundament, das Mauerwerk, die Deckenkonstruktion und der Dachstuhl errichtet wurden. Der Rohbau muß abgenommen werden (Abnahme), das Richtfest, dessen Kosten zu den reinen Baukosten zählen, wird gefeiert.

Rohdichte (Festigkeit von Mauersteinen)
Mauersteine werden in Rohdichteklassen zwischen 0,4 und 2,0. angeboten. Die Festigkeit von Mauersteinen wird in zugelassenen, neutralen Prüfanstalten gemessen. Abhängig von den Mess-Ergebnissen werden sie in Festigkeitsklassen 2, 4, 6, 8, 10, 12 oder 20 eingestuft. Aus der Festigkeitsklasse ergibt sich die Belastbarkeit der Steine. Festigkeitsklasse 6 bedeutet z.B. , daß jeder Stein mindestens 6 MN/m2 aushalten muß ohne zu zerbrechen. Die Tragfähigkeit der Wand hängt zusätzlich natürlich auch von dem Mauermörtel ab, der die Steinlagen verbindet.

Für die traditionelle Lagerfugendicke von 12 mm gibt es
- Normalmörtel
- Leichtmörtel LM 36 und LM 21
(Leichtmörtel verbessern die Wärmedämmung der Wand, mindern aber ihre Tragfähigkeit. LM 21 bringt mehr Wärmedämmung als LM 36, aber weniger Tragfähigkeit. Im Einfamilienhaus reicht aber die Tragfähigkeit.)

Rohrisolierung
a) Heizungs- und Warmwasserrohre müssen gegen Wärmeverlust ausreichend isoliert werden. Die damit verbundenen Kosten amortisieren sich durch die Einsparung bei den Heizkosten schnell. Durch die Isolierung verhindert man auch, dass sich an den Rohren Kondenswasser bildet und zu Schäden führt.
b) Alle Rohre wirken als Schallträger. Das Rauschen des Wassers in Druckleitungen, alle Geräusche des Abwassers wie auch das Knacken in den Leitungen bei Temperaturänderungen belästigen erheblich. Rohre, die zum Beispiel in Kellerräumen frei aufgehängt wurden, ummantelt man am besten mit Hartschaumhalbschalen, die mit einer PVC-Schicht oder Bitumenpapier verkleidet sind. Schlitze für im Mauerwerk verlaufende Leitungen schäumt man mit Kunstharz aus oder verwendet Kupferrohre mit einer Ummantelung aus Kunststoff. Rohre, die in der Erde verlegt werden müssen, isoliert man mit Leichtbitumen oder einer Trockenschüttung.

Rohrschlitze
Alle Rohre, die den Wohnbereich mit Wasser, Warmwasser, Strom und Gas versorgen bzw. entsorgen, werden im Mauerwerk in Rohrschlitzen verlegt. Ratsam ist, auf ausreichende Rohrisolierung zur Verhinderung von Schallübertragung zu achten, da Wassergeräusche sehr unangenehm sein können.










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