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Bautechnische Begriffe und Beschreibungen


Massivbauweise
Unter Massivbauweise versteht man das Bauen mit Beton- und Leichtbetonfertigteilen, Transportbeton und Mauerwerk aus Ziegel, Kalksandstein, Beton- und Leichtbetonsteinen.

- Gebäude in Massivbauweise zeichnen sich durch lange Lebensdauer nahezu ohne Wartungsarbeiten, durch ein behagliches Raumklima und eine lange Wertbeständigkeit aus.

- weitere Fachinformationen über Massivbauweise / massive Wände finden Sie in der Rubrik »Bauwissen« zur massiven Wand in unserem Infobereich »Planung«!

Mauermörtel
Gebäude mit massiven Wänden bieten dem Bauherren auch heute viele Vorteile und gelten als vielfältig, abwechslungsreich und gesund. Darüber hinaus besitzen sie eine lange Lebensdauer und einen hohen Wiederverkaufswert. Durch ihre bauphysikalischen Eigenschaften leisten sie einen entscheidenden Beitrag zum gesunden Wohnen: Sehr guter Schall- und Brandschutz, sowie gute temperatur- und feuchteregulierende Wirkungen zeichnen den Massivbau aus.

Die Außenwände zählen zu den wichtigsten Bauteilen eines Hauses. Entsprechend sind die Anforderungen an die verwendeten Baustoffe vielseitig und hoch. Sie müssen nicht nur die statischen Lasten des Hauses tragen, sondern auch eine feste und schützende Hülle bilden. Hierbei bildet der Mauermörtel das verbindende Element zwischen den Mauersteinen. Der verwendete Mauermörtel muss daher eine hervorragende Tragfähigkeit und Beständigkeit aufweisen. Zu seiner Funktion gehört es aber auch,, Unebenheiten der Steine auszugleichen und für eine gleichmäßige Lastabtragung zu sorgen. Damit wirkt er Schädigungen im Mauerwerk entgegen und unterstützt die Sicherheit des Bauwerks ganz wesentlich.

Traditioneller Mauermörtel besteht aus dem Zuschlag Sand (bis 4 mm Korngröße), den Bindemitteln Kalk und Zement sowie Wasser. Er wird abhängig von seiner Festigkeit in Gruppen (I, II, IIa, III, IIIa) eingeteilt.

In den letzten Jahren haben sich großformatige Mauerziegel und -steine durchgesetzt. Zusätzlich weisen diese Stein heute eine niedrige Rohdichte, eine hohe Wärmedämmung bei gleichzeitiger hoher Festigkeit auf. Die Maßgenauigkeit der geschliffenen Steine führte zur Entwicklung von Dünnbettmörtel, dessen Korngröße unter 1 mm liegt. Dünnbettmörtel wird lediglich in den Lagerfugen in einer Stärke von 1 bis 3 Millimetern aufgetragen. Die Stoßfugen werden durch die Verzahnung der Mauersteine unvermörtelt geschlossen. Siehe auch Verarbeitungstipps.

Für wärmedämmende Steine wurde vor wenigen Jahren mineralischer Leichtmauermörtel entwickelt. Mit diesem Mörtel erreicht das Mauerwerk Niedrigenergiehausstandard (0,30 W/m2K). Leichtmauermörtel enthält die Zuschlagstoffe Naturbims, Blähton, Perlite oder Blähschiefer. Abhängig von seiner Wärmeleitfähigkeit wird er in die Gruppen LM 36 und LM 21 eingeteilt. Siehe auch Werkmörtel.

Eine der schönsten und zugleich bekanntesten Anwendungen findet Mauermörtel bei Verblend- oder Sichtmauerwerk. Hier beeinflusst er maßgeblich das optische Gestaltungsbild. Neben dieser ästhetischen Funktion, die ganze Städte und Landstriche auf charakteristische Weise prägt, spielt auch die Technik eine große Rolle. Denn Mauermörtel muss sowohl bei Verblend- als auch bei Sichtmauerwerk hohen bauphysikalischen Anforderungen an den Witterungsschutz und die Standsicherheit genügen. Die technischen Eigenschaften der Mörtel sind auf die jeweils verwendeten Mauersteine abgestimmt. Abgeleitet vom Begriff "Vormauerwerk" sprechen die Werkmörtelhersteller von "Vormauermörtel".

Mauerwerk
Das Mauerwerk umfasst in der Regel die Bauteile aus den Mauersteinen (Ziegel) und dem Mörtel. Die klassische Vermörtelung des Mauerwerksverbands mit einer 12 Millimeter starken Lagerfuge und einer 10 Millimeter starken Stoßfuge (die bei Verzahnung der Mauersteine durch Nut und Feder auch entfallen kann) wird zunehmend durch Dünnbettverfahren abgelöst. Siehe auch Planziegel und Planfüllziegel.

Mauerwerksverband
Die Versetzung der Stoßfugen, damit das Mauerwerk stabil wird. Wände aus Mauersteinen (Ziegel) werden nach diesem Schema, dem Verband, aufgemauert, wobei Läufer- und Bindersteine den Zusammenhalt sicherstellen: Läufersteine liegen parallel, Bindersteine senkrecht zur Mauerflucht. Bei Sichtmauerwerk lassen sich die kleinformatigeren Mauersteine in verschiedenen Verbänden vermauem, die gleichzeitig der optischen Gestaltung dienen. Mauerverbände sind unter anderem Binder-, Block-, gotischer, Kreuz-, Läufer- oder märkischer Verband.

Mechanische Lüftung
Nachdem durch eine Verbesserung des U-Wertes der Transmissionswärmeverlust verringert wurde, war es notwendig, auch den Lüftungswärmebedarf zu senken.
Dazu wurden mechanisch betriebene Lüftungssysteme, zum Teil mit Wärmerückgewinnung, entwickelt. Die Mechanik kostet jedoch ihrerseits elektrische Energie. Die neue Wärmeschutzverordnung begrenzt den zulässigen Stromverbrauch solcher Anlagen.

Mehrfachscheiben
Glas dämmt schlecht. Daher sind heute mindestens Doppelscheiben vorgeschrieben. Da bei der Verwendung von Klarglas auch Doppelscheiben allein für die geforderten Werte der neuen Wärmeschutzverordnung nicht ausreichen, werden zwei Wege beschritten.
- Einmal wird das Glas beschichtet und der
Zwischenraum mit einem Dämmgas gefüllt.
Dadurch wird eine bessere Wärmedämmung
erreicht als durch eine Dreifachverglasung mit
Klarglas.
- Zum anderen werden auch die beschichteten Glaskonstruktionen weiter verbessert. Das Resultat sind Dreifachscheiben, bei denen zwei Scheiben bosch ichtet und beide Zwischenräume mit Dämmgas gefüllt sind. Diese Glaskonstruktion erreicht einen k-Wert von 0,8 oder sogar 0,7 !

Mineralische Putze
Putze haben sich seit Jahrhunderten bewährt und sind dennoch heute hochmodern. Als Außenputze erfüllen sie für die Fassade wichtige Funktionen: Zum einen bestimmen sie die äußere Erscheinung des Hauses, zum anderen schützen sie Menschen und Bausubstanz vor Wind, Regen, Hitze, Kälte und Luftschadstoffen. Zusätzlich besitzen sie wichtige Eigenschaften, die zu einem behaglichen Wohnen entscheidend beitragen. Da sie wasserabweisend eingestellt sind, nehmen sie bei Regen wenig Wasser auf und sorgen über die Wasserdampfdiffusion für einen guten Feuchtenausgleich der Wand. Und auch die Wirtschaftlichkeit stimmt: Verputzte Wände zeichnen sich durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Als besonders Kosten sparend und damit vorteilhaft erweist sich die Langlebigkeit mineralischer Putze. Sie bleiben selbst ohne jede Wartung jahrzehntelang funktionstüchtig.

Mineralische Putzmörtel
bestehen aus einem oder mehreren mineralischen Bindemitteln und Zuschlagstoffen - Sand oder Kalksteinkörnungen - sowie Wasser. Der auf den Untergrund aufgetragene Mörtel wird nach seinem Erhärten Putz genannt und erreicht erst mit dem Austrocknen seine späteren Eigenschaften. Putze bieten die Besonderheit, gestaltbar zu sein und stellen ein attraktives und vielseitiges Wandgestaltungsmittel dar. Die Methoden und Hilfsmittel, mit denen Putzoberflächen gestaltet werden können, haben sich im Laufe der Zeit stark erweitert. Entsprechend ist die Vielfalt an Oberflächenstrukturen außerordentlich groß. Das lässt breiten Raum für individuelle Wünsche. Und zusätzlich können Putzfassaden auch im Nachhinein mittels Farbe gestaltet und verändert werden. Mit jedem Anstrich kann das Haus ein anderes Aussehen erhalten.

Putze kommen neben der Hausfassade aber auch an Innenwänden zum Einsatz. Auch hier stehen eine Fülle von Produkten für unterschiedlichste Anwendungen bereit. Neben der Funktion, eine ebene, weiter bearbeitbare Wandfläche zu schaffen, übernimmt auch hier der Putz zusätzlich bauphysikalische Aufgaben: Nach DIN 4108 wird bereits eine einseitig verputzte Wand als ausreichend luftdicht eingestuft. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich die dekorativen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Palette ist breit: Glatt-, Rillen-, Kratzputz, Modellierputz, Rollputz, Kellenwurf und Spritzputz sind nur die wichtigsten Strukturen. Innenputze stellen heute wieder ein wesentliches Element ästhetischer Raumgestaltung dar. Putz statt Tapete lautet hier die Devise! Aber noch für andere wichtige Aufgaben werden Innenputze verwendet. In Feuchträumen sind mineralische Putze von Vorteil, da sie wenig anfällig gegen Schimmelbildung sind. Innenputze regulieren das Raumklima, indem sie überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen, um diese später rasch wieder abzugeben.

Mischbauweise
Unter Mischbauweise versteht man, wenn beim Rohbau die Bauteile (also verschiedene Wände und/oder Decken) aus verschiedenen Baustoffen hergestellt werden. Bei Schallschutzwänden benötigt man volle, schwere Baustoffe, für die Aussenwände hochwärmedämmende Materialien. Wenn die Baustoffe nicht exakt aufeinander abgestimmt sind und vor allem die Baustoffanschlüsse bzw. Verbindungen der verschiedenen Materialien nicht fachgerecht ausgeführt werden, entstehen schnell Baumängel und sogar Bauschäden. Es können Wärmebrücken enstehen, Risse, Putzabplatzungen, Feuchtestellen und Schimmel, da alle Bauteile verschiedene bauphysikalische Eigenschaften haben und sich im Lauf der Zeit anders verhalten können.
Es ist deshalb ratsam, immer mit einem Baustoff "homogen" das ganze Haus zu bauen - vor allem die Wände!

Mitbauhaus
Mitbauhaus ist ein Begriff für Selberbauen unter Anleitung des Bau-Fachmannes (Bauleitung). Mitbauhäuser gibt es in verscheidenen Mitbaustufen für Bauherren, die gerne viele Eigenleistungen einbringen und dabei eine Menge Baugeld sparen wollen. Beim Mitbauhaus wird ein Teil vom Unternehmen, dem Hausanbieter, fachlich und handwerklich professionell durchgeführt und ein Teil der Arbeiten übernimmt der Bauherr mit seinen Helfern selbst. Er spart also am meisten bei den Lohnkosten! Firmen bieten Mitbauhäuser in verschiedenen Ausbaustufen, Preislagen nach Maß und individuellem Wunsch des Bauherrn an.

Monolith - monolithisches Mauerwerk
Monolith, lateinisch: Ein aus einem Stein gefertigtes Denkmal
Monolithisches Mauerwerk: Gemeint ist damit ein einschaliges Mauerwerk, so wie es traditionell früher üblich war und auch heute noch eine der besten Bauweisen darstellt.
Der Vorteil einer monolithischen Bauweise: Sie ist unkomplizierter und auf Dauer viel weniger schadensanfälliger als kombinierte Mauerwerks-Verbundsysteme. Die monolithische Mauer ist aus Sicht der Baubiologie auch die umweltverträglichste Art, da sie später bei Abriss des Gebäudes am leichtesten zu entsorgen ist. (Keine Verbundmaterialien, die aufwendig getrennt oder als Sondermüll behandelt werden müssen.) Außerdem ist sie für die Bewohner vom Raumklima her und in bezug auf Wohngesundheit ideal.

Mörtel
Mörtel ist ein Gemisch aus Sand und Bindemittel (Kalk oder Zement), das unter Zusatz von Wasser angerührt wird. Verarbeitet wird Mörtel bei Mauerwerk, Estrich und Putz.
Mauermörtel (Fugenmörtel) stellt zwischen den einzelnen Mauersteinen (Ziegel) eine auf Druck und Biegung belastbare Verbindung her und gleicht außerdem Unebenheiten der Mauersteine aus. Die klassische Vermörtelung des Mauerwerksverbands mit einer 12 Millimeter starken Lagerfuge und einer 10 Millimeter starken Stoßfuge (die bei Verzahnung der Mauersteine durch Nut und Feder auch entfallen kann) wird zunehmend durch Dünnbettverfahren (Dünnbettmörteltechnik mit Fertigmörtel) abgelöst. Siehe auch Planziegel und Planfüllziegel.

Werktrockenmörtel brauchen auf der Baustelle lediglich mit Wasser vermischt zu werden und sind damit sofort verarbeitbar. Werkfrischmörtel werden in einem Transportfahrzeug fertig zum Einsatz auf die Baustelle geliefert. Zusätzlich kann der Verarbeiter Werkmörtel durch eine moderne Maschinentechnik besonders zeitsparend auftragen. Heute werden über 90 Prozent aller Mörtel als Werkmörtel hergestellt. Die werkseitige Produktion der Mörtel stellt im Vergleich zu den früher üblichen Baustellenmischungen eine gleich bleibend hohe Produktqualität sicher. Moderne Mörtel decken die gesamte Palette an Produkten für Boden, Wand, Decke und Fassade ab und finden als Mauermörtel, Fließestriche, dekorative Innenputze und leistungsfähige Fassadenputze Anwendung. Zusätzlich senken Wärmedämmputze oder Wärmedämm-Verbundsysteme bei jedem Gebäude die Heizkosten drastisch. Neben diesen gängigen Mörteln steht eine breite Palette von Spezialmörteln für unterschiedlichste Anforderungen bereit.

Werkmörtel sind besonders umweltfreundlich und leisten einen wichtigen Beitrag zur Humanisierung des Arbeitsplatzes, da ein Anmischen auf der Baustelle entfällt. Da Werkmörtel auf der Basis natürlicher mineralischer Rohstoffe hergestellt werden, leisten sie schließlich einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Bauen.

Normalmörtel
Herkömmlicher Mauermörtel ohne Anforderungen an die Wärmedämmung (im Gegensatz zu Wärmedämm-Mörtel).

Mörtelfuge
Bei normaler Vermörtelung ist die waagerechte Fuge (Lagerfuge) etwa 1,2 bis 1,5 cm, die senkrechte Fuge (Stoßfuge) etwa 1 cm dick, bei Verwendung von Dünnbettmörtel für die Verarbeitung von Planziegel-Mauerwerk oder Porenbeton-Planblöcke ist sie nur etwa 1 mm dick.

Mörteltasche
Speziell hergestellte Steine (meist Ziegel) mit ein- oder beidseitig ausgesparter Mörteltasche werden nicht mit einer herkömmlichen Stoßfuge vermörtelt, sondern "knirsch" verlegt, das heißt dicht aneinandergestoßen. Die Mörteltasche wird anschließend arbeitssparend mit Mörtel ausgegossen.

Mörtelvorhaltezeit
Das ist die Zeit, in der der Mörtel nach dem Auftrag auf die Mauer feucht und verarbeitungsfähig bleibt. Bei den verschiedenen Mörtelverfahren (Dünnbettmörtel, V.Plus-System mit Mörtelflies und bei Normalmörtel) sind die Offenhaltezeiten sehr verschieden. Hier ist es wichtig, die Gebracuhsanweisungen bzw. Anleitungen der Industrie zu beachten. Wenn der Mörtel schneller abbindet als die Ziegel oder Mauersteine verarbeitet werden, wird keine richtige Verbindung zwischen den einzelnen Lagen der Wand erzielt und es können sich später in der Wand Risse zeigen.














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