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Bautechnische Begriffe und Beschreibungen


Lambda

Was bedeuten eigentlich "Lambda"und "U-Wert"?

Die wichtigsten Größen zur wärmetechnischen Beurteilung von Außenwänden sind die Wärmeleitzahl "Lambda" und der Wärmedurchgangskoeffizient, kurz "U-Wert".

Lambda gibt an, welche Wärmemenge in Watt (W) durch einen Quadratmeter einer 1 Meter dicken Stoffschicht geleitet wird, wenn beide Oberflächen einen Temperaturunterschied von einem Grad Kelvin (K) aufweisen.
Beispiel Wärmeleitzahl: Die Bezeichnung eines Baustoffes mit der Wärmeleitzahl
Lambda R = 0,09 W/mK bedeutet, dass dieser Baustoff eine "rechnerische" ( deshalb das R hinter dem Wort Lamda) Wärmeleitfähigkeit von 0,9 Watt pro Quadratmeter durch eine Dicke von 1 Meter (m) hat.

Der U-Wert (alte Bezeichnung: k-Wert) gibt an, wie groß die in Watt gemessene Wärmemenge ist, die durch einen Quadratmeter Wandfläche tritt, wenn die Lufttemperatur zu beiden Seiten der Wand sich um ein Grad Celsius unterscheidet. Je niedriger dieser Wert ist, um so besser ist der Wärmeschutz.

Leerrohre
Flexible Rohre aus Kunststoff, die während des Rohbaues ins Mauerwerk gelegt werden, um später die Elektroinstallationen aufnehmen zu können. Meistens werden Schlitze ins Mauerwerk gefräst und die Leerrohre unter dem Putz verlegt - von der Stromversorgung im Keller oder dem Telefonanschluss, dem Fernsehkabelanschluss bis zu allen Dosen und Anschlüssen im ganzen Haus. Die Leitungen können auch später - bei genügend starken und ausreichenden Leerrohren - noch nachträglich leicht verlegt werden. Ein Haus ohne "Leerrohrsystem" ist heute im Zeitalter der zunehmenden Hauselektronik und sich ständig ändernder Anschlüsse eigentlich nicht mehr vorstellbar!

Lehm
Lehm ist nach Holz einer der ältesten Werkstoffe zum Bauen überhaupt. Lehm besteht aus Tonerde und Sand sowie feinen Gesteinsteilen. Früher wurde Lehm zum Ausfüllen von Fachwerk-Konstruktionen verwendet.
Wenn Lehm geformt und im Feuer gebrannt wird, entstehen Ziegel oder Tondachziegel.

Leichtbetonblocksteine, -vollsteine
Aus Bims, Schlacke, Blähton und Ziegelsplitt gefertigter Stein. Seine vielen feinen Poren begünstigen die Wärmedämmung, sein geringes Raumgewicht ermöglicht das Verbauen in großen Blöcken und leichtes Bearbeiten. Hohlblocksteine haben zwei oder drei Luftkammern und können bei Innen- oder Außenmauern verbaut werden. Je nach Druckfestigkeit sind sie auch für Tragemauern geeignet. Vollsteine verwendet man bei Tragemauern und nicht tragendem Mauerwerk sowie im Fachwerkbau und zum Ausgleich bei Mauerwerk aus Hohlblocksteinen.

Leichtbauplatten
Darunter versteht man Platten mit geringem Raumgewicht, in der Hauptsache bestehend aus Bims- oder Gasbeton, Holzfasern, Holzspänen, Holzwolle, Hartschaum sowie Gips und Karton. Mit ihnen baut man Verkleidungen, Dämmungen und Zwischenwände ohne Tragefunktion.

Leichtbaustoffe
Mit Leichtbaustoffen arbeitet man in der modernen Bautechnologie, ohne daß Statik und Stabilität des Bauwerks beeinflusst werden. Die Verwendung von Leichtbaustoffen verringert den Materialaufwand und hilft so, die Baukosten zu senken. Ein weiterer Vorteil ist die gute Wärmedämmeigenschaft, ein Nachteil die schlechte Schalldämmung. Zu den tragfähigen Materialien zählen Bims, Porenziegel, Gasbeton u. a.. Keine Tragefunktion erfüllen Leichtbauplatten innerhalb einer Rahmenbauweise bei Fertighäusern.

Leichtbeton
Leichtbeton unterscheidet sich vom normalen Beton dadurch, daß er durch Lufteinschlüsse ein besonders leichtes Gewicht erhält. Lufteinschlüsse können hier durch Zuschlagstoffe wie Bims, Blähton oder Blähschiefer erzielt werden.

- Porenbeton ist ein Leichtbeton, der in stationären Werken hergestellt wird. Dazu wird mehlfein gemahlener Quarzsand mit Kalk und Zement als Bindemittel unter Zugabe von Wasser vermischt. Für die Porenbildung wird Aluminiumpulver oder -paste verwendet. Nach der Porosierung - der Bildung von Millionen Luftporen - werden die Bauteile mit Stahldrähten maßgenau geschnitten und unter Dampfdruck gehärtet.

- Gefügedichter Leichtbeton ist ein Beton mit leichten Zuschlägen, der eine völlig geschlossene Oberfläche hat. Haufwerksporiger Leichtbeton ist im Gegensatz dazu ein Beton, bei dem die Zuschlagkörner mit Zement ummantelt und punktförmig verklebt sind. Dadurch entstehen Lufträume, die dem Beton insgesamt eine rauhere Oberfläche geben.

Leichtmauermörtel
Ein spezieller Mauermörtel mit porösen Zuschlägen, der die Wärmedämmung des Mauerwerks verbessert.
Auch oft Wärmedämm-Mörtel genannt! Siehe auch Mauermörtel.

Leichtziegel
Zur Gruppe der Leichtziegel zählen Porenziegel (porosierte Ziegel) und Hochlochziegel.

Lichtkuppel
In Flachdächern kann die Lichtkuppel aus durchsichtigem Acrylglas oder lichtdurchlässigem Polyester mit Glasfaserverstärkung eingebaut werden. Diese Form des Oberlichts ist gemäß den Bauvorschriften aber nicht für bewohnte Räume erlaubt. Lichtkuppeln ermöglichen aber, daß zum Beispiel Garagen, die als Werkstatt benutzt werden, ausreichend Tageslicht erhalten.

Luft
- Außenluft: Aus dem Freien einströmende Luft
- Abluft: Aus dem Raum abströmende Luft
- Zuluft: Dem Raum zuströmende Luft
- Fortluft: Die ins Freie abgeführte Luft
- Umluft: Abluft, die als Zuluft wieder verwendet wird
- Raumumluft: Die zum Zwecke der Luftbehandlung im Raum über ein Gerät geführte Luft
- Mischluft: Luft verschiedenen Ursprungs, zum Beispiel Außen- und Umluft
- Frischluft: Nicht regelgerechte Bezeichnung von Außenluft
- Luftbehandlung: Technisch erzwungene Veränderung des Zustandes der Luft, z. B. Temperatur, absolute Feuchte, Staubgehalt, Keimzahl
- Filtern: Abscheiden von Luftverunreinigungen aus Luftströmen
- Heizen/Kühlen: Zu- bzw. Abführen von sensibler Wärme
- Befeuchten/Entfeuchten: Erhöhen/Verringern der absoluten Feuchte
- Wärmerückgewinnung: Maßnahme zur Nutzung des Energiegehaltes eines Luftstromes. Der Fortluft wird Wärme entzogen. Damit wird die Außenluft vorgewärmt.

Luftdichtheit bei Gebäuden
Warum Luftdichtheit? -- Die Anforderungen an den Wärmeschutz von Gebäuden sind mit der Wärmeschutzverordnung vom 01. Oktober 2009 (EnEV) nochmals weiter verschärft. Dies hat zur Folge, daß der Lüftungswärmeverbrauch Größenordnungen hat, die nicht selten über dem Transmissions-Wärmebedarf liegen.
Luftdichtheit des Gebäudes ist daher unumgänglich, wenn der gerechnete Heizenergiebedarf tatsächlich erreicht und Bauschäden sowie Komforteinbußen vermieden werden sollen. Die Luftduchtheit eines gebäudes wird mit dem "Blower-Door-Test" gemessen und geprüft.

Weitere Gründe für eine luftdichte Gebäudehülle:

- Vermeiden von unangenehmer Zugluft, nicht nur an windigen Tagen
- Erhöhung der Effektivität von Abluftanlagen mit und ohne Wärmerückgewinnung
- Erhaltung des Dämmwertes der Wärmedämmung (eine Fuge mit 1mm Breite und 1m Länge verringert den Dämmwert bei Windstärke 3 bis 5 um 35 bis 65%)
- Vermeidung des Feuchteeintrags in die Konstruktion und damit Vorbeugung von Fäulnis und Schimmelbildung

Lüftung, Lüftungsanlagen
Lüftung ist erforderlich zum Austausch verbrauchter Luft gegen "frische" Luft. Im Winter kommt kältere Außenluft in den Raum. Durch Erwärmung der Luft wird die relative Luftfeuchte im Raum herabgesetzt. Oft werden Luftbefeuchter erforderlich.
Beim Lüften von kalten Räumen im Sommer wird sich warme Außenluft als Tauwasser an Wänden, Boden und Decke, außerdem an den Gegenständen niederschlagen. - Also Kellerräume bei hoher Außenlufttemperatur und hoher Luftfeuchte nicht lüften.

Mit dem Inkrafttreten der EnEV im Februar 2002 erhielt die Lüftungstechnik allgemein sehr viel mehr Aufmerksamkeit bei den Bauherrn als zuvor. Planer und Architekten müssen seitdem vor allem von der Nachfrageseite her Antworten geben, wie sie die so genannte "Kontrollierte Wohnraumlüftung" in Neubauten (ggf. auch in Bestandsbauten) realisieren. Der bislang häufig recht hohe Aufwand für Planung, Einbau und Wartung – und damit auch die Kosten– lassen sich aber begrenzen. (siehe Link hier)


Lüftungswärmebedarf
Wärme, die notwendig ist, um im Winter die kühle Frischluft auf Raumtemperatur aufzuwärmen. Der Lüftungswärmebedarf läßt sich durch die Wärmerückgewinnung wesentlich senken.










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