Homepage
BauPraxis.de Lexikon der Bautechnik
Navigationsleiste A-Z

H

Bautechnische Begriffe und Beschreibungen


Halbwertzeit
Die Radioaktivität = Zerfallsrate der radioaktiven Elemente lässt mit der Zeit nach. Als Halbwert gilt die Zeitspanne, nach der sich die Strahlung halbiert. Ein Element mit der Halbwertzeit 1000 Jahre verringert die Strahlung nach 1000 Jahren auf 50 %, nach 2000 Jahren auf 50 % dividiert durch 2 = 25 % nach 3000 Jahren auf 25 % dividiert durch 2 = 12,5 %, und so weiter.
Erst nach der 7-fachen Halbwertzeit sinkt die Strahlung unter 1 % der Ausgangsstrahlung.

Hausschwamm
Serpular Lacrimans [Wulf.ex Fr.] = Echter Hausschwamm
In den vergangenen Jahren hat die Ausbreitung des holzzerstörenden Pilzes zugenommen. Der Echte Hausschwamm ist oft erst nach größerer Schädigung der Holzkonstruktion erkennbar und stellt so eine zum Teil beträchtliche Gefährdung für die Gesundheit des Menschen und Tiere dar, da die Gebäude auch vollständig zerstört werden können. Das besondere an ihm ist, er wächst auch auf trockenem Holz, versteckt sich in verdeckten Bereichen (Hohlräume) und wird meist erst sehr spät festgestellt. Die erfolgreiche Bekämpfung oder eine schadensfreie Bauausführung ist nicht nur ein privat-rechtliches sondern auch eine öffentlich-rechtliches Anliegen. Hierzu ist z.B. in der Sächsischen Bauordnung § 16 (2) beim Vorkommen des Echten Hausschwamms eine Meldepflicht verankert.
Der Befall durch holzzerstörende Pilze und Insekten erfordert eine erhöhte Feuchtigkeit, Kohlenstoff- Verbindungen als Energielieferant sowie andere Nährsubstanzen (Eiweiße, Fette) z.B. im Holz ca. ein Anteil von 5%. Gemäß der DIN 1052 (Holzbau) sollte die Ausgleichsfeuchte für Hölzer in allseitig geschlossenen Räumen mit Heizung 6-12% und unbeheizten Räumen 9-15% betragen.

Der Echte Hausschwamm ist ein rein saprotropher Pilz, dass heißt, er befällt totes und verbautes Holz. Charakteristisch ist die Braunfäule (Destruktionsfäule). Dieser Pilz hat sich auf den Abbau von Zellulose spezialisiert. Übrig bleibt das Lignin, welches ein braunes Aussehen hat.

Beispiele für gefährdete Bereiche, bei denen durch ungenügende Lüftung die Luftfeuchtigkeit sehr hoch sein kann, sind:
- Speiseschränke, Speisekammern
- nicht gelüftete WCs, Bäder, Waschräume
- nicht gelüftete Kellerräume
- Zimmerecken hinter Schränken und kalter Außenwand
- Fehlböden bei Holzbalkendecken an beanspruchte Außenwände mit Schlagregen, wo die Dielen und Fußbodenleisten verschlossen sind u.a.m.
- Salzbelastetes Mauerwerk z.B. am Drempelmauerwerk (Das Salz ist hygroskopisch und liefert so geügend Feuchtigkeit zum Wachstum des Hausschwammes)

Die Bekämpfung und Schadensbeseitigung des Echten Hausschwammes ist durch ein Fachunternehmen auf der Grundlage einer Sachverständigeneinschätzung vorzunehmen. Weitere Informationen finden Sie hier:
Link:http://www.ib-rauch.de/Beratung/meldpfl.html

Quelle: Ingenieurbüro Peter Rauch - 04159 Leipzig - Internet: http://www.ib-rauch.de


Heizkörperregelung
Große Gebäude werden zur Beheizung in einzelne Heizkreise unterteilt. Jeder Heizkreis hat einen eigenen Vor- und Rücklauf vom Heizkessel zu den Heizkörpern. Jeder Heizkreis läßt sich getrennt regeln. Ein eigener Heizkreis ist erforderlich
- bei verschiedenen Gebäuden einer Anlage, z. B. Industrie: Verwaltung, Werkhalle, Lager
- bei unterschiedlicher Nutzung einer Anlage, z. B. Schulen: Klassenzimmer, Turnhallen, Büros, Hausmeisterwohnung
- bei unterschiedlichen Heizkörpern einer Anlage, z.B. Plattenheizkörpern, Konvektoren, Fußbodenheizung.

Heizkostenabrechnung
Eine getrennte, verbrauchsorientierte Abrechnung ist heute bei Häusern mit mehreren Mietparteien vorgeschrieben.

Heizzahl
Wirkungsgrad von Wärmepumpen. Physikalisch korrekt ist ein Wirkungsgrad stets kleiner als 100%. Eine Wärmepumpe gibt aber mehr Wärme ab, als in der zugeführten Energie vorhanden ist. Sie gewinnt sie aus der Umwelt. Gibt sie 50% mehr Wärme ab, als in der zugeführten Energie enthalten ist, so ist die Heizzahl 1,5.

Hintermauerwerk
Beim zweischaligen Mauerwerk ist das die hintere Mauer, die tragende Wand, während die Vormauer (meist davorgesetzte Klinkerziegel oder Verblender) den Witterungsschutz übernehmen. Zwischen beiden Wänden ist Dämmstoff oder eine Luftschicht, die den Wärmeschutz übernimmt. Siehe auch BauPraxis Bauwissen: Massive Aussenwände.

Hohlblocksteine
Großformatige Mauersteine mit großen Lochungen, beispielsweise aus Leichtbeton oder Kalksandstein. Verwendung üblicherweise nicht im Wohnungsbau wegen zu geringem Wärmeschutz.

Holzschindeln
Schindeln aus natürlichem Holz zur Eindeckung von Gebäuden oder zur Wandverkleidung von Mauerwerk (auf Lattungen angebracht), vorwiegend im ländlichen Bereich bei Bauernhäusern, Almhütten, Ställen etc. Zederschindeln, Dachschindeln aus Tannenholz, Fichtenholz, Kiefer, Lärche, Buche und Eiche sind möglich. Holzschindeln sind sehr schön aber bedürfen häufiger Pflege und Wartung. Sie leiden schnell unter den aggressiven Einflüssen der Witterung.

Holzwolle-Leichtbauplatten
Holzwolle wird mit einem Bindemittel zu leichten Platten im Format 0,5 x 2 m und bis zu 10 cm Dicke gepresst. Diese Platten sind ausgezeichnet als Wärmedämmung und zum Verputzen geeignet. Sie sind leicht zu verarbeiten und zu befestigen und werden vor allem im Außen-, Keller- und Dachbereich verwendet.

Hüllfläche
Summe aller Böden, Decken, Dächer, Fenster und Außenwände, die ein Haus gegen Außenluft, Erdreich und unbeheizte Räume, z. B. Keller, Garage, begrenzen.

Hüttensteine
Aus körniger Schlacke und Bindemitteln hergestellte Bausteine.

Hydrationswärme
Wärme, die in Putzen und Beton beim Abbinden des Zements entsteht. Verantwortlich sind dafür das Bindemittel in Verbindung mit Wasser. Zum Abbinden ist ausreichend Feuchtigkeit notwendig, damit keine Risse entstehen.

hydraulische Bindemittel
Dazu zählen diejenigen Bindemittel, die mit zugegebenem Wasser abbinden.

hydrophob
Zu den hydrophoben Materialien zählen alle, die Wasser abstoßen, aber atmungsaktiv sind; Lasuren, Imprägnierungen, Fluate, Schlämme und Zementfarben.

Hygrometer
Meßgerät zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit. Das Gerät bestimmt den Feuchtigkeitsgehalt der Luft anhand der Längenveränderung eines mit einem Zeiger verbundenen Kunsthaars. Ein Hygrometer zeigt an einer Skala dann die prozentuale Luftfeuchtigkeit im Raum an.

hygroskopisch
Baustoffe sind dann hygroskopisch, wenn sie Feuchtigkeit aufsaugen und binden.

Hygiene
Wissenschaftliche Lehre von der Gesundheit. Unter Hygiene werden alle diejenigen Maßnahmen zusammengefasst, die vorbeugend gegen das Entstehen oder Verbreiten von Krankheiten durchgeführt werden.

Hygienischer Wärmeschutz
Beim hygienischen Wärmeschutz kommt dem Wandbaustoff die Aufgabe zu, überall eine gleichmäßige und ausreichend hohe Oberflächentemperatur zu gewährleisten. Denn an kühleren Stellen, so genannten Wärmebrücken, schlägt sich Wasserdampf nieder, die Tapete wird feucht und krank-machender Schimmel bildet sich. Kritische Bereiche sind Fensterlaibungen, Rollladenkästen und die Anschlüsse der Decken. Poroton Ziegelwerke z.B. halten für diese Details spezielle Ziegel-Bauteile bereit, die eine homogene und durchgehend warme Außenwand möglich machen. So werden Wärmebrücken reduziert und entschärft. Ein Haus ohne Schimmel ist die Grundlage für hygienisches, gesundes Wohnen.










Ihre aktive Mitarbeit: Das BauPraxis Bautechnik-Lexikon für Begriffe rund um den Hausbau ist ständig in Bearbeitung und Verbesserung. Wir bitten auch Sie und speziell natürlich die Baustoffindustrie um interessante Beiträge. Wir suchen Begriffe und Formeln, die dem Bauherren und auch den Bauprofis das Arbeiten erleichtern und Licht in das "Fach-Chinesisch" der Baubranche bringen. Bitte senden Sie uns Ihren Beitrag per Email direkt an die Redaktion.

toptop

A | B | C | D | E | F | G | H | I J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z


BauPraxis Lexikon der Bautechnik
http://BauPraxis.de - Copyright - Redaktion@BauPraxis.de