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BauPraxis.de Lexikon der Bautechnik
 
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Bautechnische Begriffe und Beschreibungen


Bauabnahme
Die von der Baubehörde erteilte Erlaubnis zur Nutzung eines Gebäudes. Der Rohbau wird mit einem Zwischenbescheid baurechtlich abgenommen (dazu ist auch der Schornsteinfegerschein notwendig) und zum Ausbeu freigegeben. Der fertige Bau erhält dann den "Gebrauchs-Abnahmeschein"!

Baubiologie
Die Baubiologie ist die Lehre von den ganzheitlichen Beziehungen zwischen dem Menschen und der gebauten Umwelt. Die Baubiologie umfaßt nicht ausschließlich biologische Baustoffe und ihre Wirkung, sondern auch die Wirkung anorganischer Baustoffe wie Sand, Lehm, Beton.
>> siehe auch Infos in BauPraxis: Natürliche und biologische Baustoffe, Baustoffe aus natürlichen Rohstoffen.

Baufeuchte
Feuchte in Mauerwerk und Rohbau eines Neubaues. Baustoffe wie Mörtel, Putz, Estrich, Steine, Beton und die Witterung bringen erhebliche Wassermengen in den Bau. Es dauert etwa zwei ganze Heizperioden, bis diese Baufeuchte aus dem neugebauten Haus verschwindet. Es ist deswegen von großer Bedeutung, wieviel Feuchtigkeit in den Baustoffen schon beim Rohbau ist und wie schnell diese Feuchtigkeit an die Außenluft abgegeben wird. Besonders wirksam kann man Baufeuchte verhindern durch z. B. moderne Verarbeitung mit Dünnbettmörtel!

Niedrige Baufeuchte bedeutet:
- Kein erhöhter Energieverbrauch in den ersten beiden Wintern.
- Keine Beeinträchtigung der Gesundheit der Bewohner des Neubaus.

Baugenehmigungsverfahren
Ohne schriftliche Erklärung der zuständigen Baubehörde ist die Errichtung, die Veränderung oder der Abriss von Gebäuden nicht gestattet. Anhand des eingereichten Antrags prüft die Behörde, ob dem Bauvorhaben derzeit geltende öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen, beispielsweise Auflagen nach dem Bebauungsplan. Die einzureichenden Unterlagen umfassen neben dem Antrag auf Baugenehmigung Baubeschreibung, Baupläne, Lageplan und so weiter; sie müssen in zwei- bis dreifacher Ausfertigung vorgelegt werden.

Baulast
Die Baulast ist eine öffentlich rechtliche Last, die sich aus einer freiwilligen Verpflichtung des Grundstückseigentümers gegenüber der Bauaufsichtsbehörde ergibt. Beispiel Grundstücks-Befahrung: Ein Grundstückseigentümer duldet, dass der Nachbar seinen Boden zur Überfahrt auf das eigene Grundstück nutzt. Damit das nicht an die gute Laune des Eigentümers geknüpft bleibt, gibt dieser eine entsprechende Erklärung gegenüber der Baubehörde ab, die ins Baulastenverzeichnis eingetragen wird. Für den Käufer eines Grundstücks kann das bedeuten, dass es nur eingeschränkt bebaubar ist.
Beispiel Abstandsfläche: Abstandsflächen des Nachbarn werden auf's eigene Grundstück übernommen, damit der seine Baupläne verwirklichen kann. Hat der Voreigentümer eine Baulast eintragen lassen, muss der Käufer nicht nur die eigene Abstandsfläche einhalten, sondern auch die vom Vorbesitzer vereinbarte.
Deshalb sollte man vor Vertragsabschluss nicht nur einen Blick ins Grundbuch, sondern auch ins Baulastenverzeichnis werfen.

Baumängel
Etwa vorliegende offensichtliche Baumängel werden bei Abnahme in einem Abnahmeprotokoll festgehalten. Mängel, die erst nach der Abnahme auftreten oder sichtbar werden unterliegen in der Regel der Gewährleistung, die allerdings bei einem Vertrag nach der Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) nach zwei Jahren verjähren, bei einem Vertrag nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch nach fünf Jahren.

Bebauungsplan
Im Bebauungsplan (regional verschieden) werden durch die Gemeinde bestimmte Vorgaben zur baulichen Gestaltung rechtlich verbindlich festgelegt, zum Beispiel die Art der Nutzung, die Anzahl der Stockwerke, die Wahl der Baustoffe, der Fensterformate, der Dachneigung. Der freien Gestaltung sind somit Grenzen gesetzt, da jedes Bauvorhaben von den gemeindlichen Baubehörden unter anderem auf die Einhaltung des Bebauungsplans geprüft wird.

Behaglichkeit
Ausgewogenes Verhältnis zwischen Raumlufttemperatur, innerer Oberflächentemperatur von Wand, Decke, Boden und der relativen Luftfeuchte.

Bekiesung
Zum Schutz vor Sonneneinstrahlung und zum Ausgleich hoher Temperaturdifferenzen im Sommer wird die Dachpappe auf Flachdächern mit Kies abgedeckt.

Belastung
a) In der Mechanik: Das Aufbringen einer Last auf ein Bauteil.
b) Im Umweltschutz: Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser, wodurch Mensch und Umwelt belastet und gegebenenfalls geschädigt werden können.
c) In der Akustik: Belastung von Mensch und Tier durch Arbeitsplatzlärm, Gewerbelärm, Straßenverkehrslärm, Flugzeuglärm.

Beschichtetes Glas
Doppelscheiben allein reichen im altgemeinen nach der neuen Wärmeschutzverordnung nicht mehr aus. Dreifachscheiben sind zwar möglich, bringen aber konstruktive Schwierigkeiten. Sie haben ein höheres Gewicht und eine größere Scheiben-Dicke. Sie erfordern deswegen eine stärkere Rahmenkonstruktion. Daher geht zur Zeit der Trend zu Doppelscheiben, von denen eine mit einer Metallfolie beschichtet ist. Diese beschichtete Doppelscheibe dämmt besser als eine Dreifachscheibe aus Klarglas, zumal, wenn der Zwischenraum mit einem Dämmgas gefüllt ist. Die zur Zeit beste Verglasung ist eine Dreifachscheibe, bei der zwei Scheiben beschichtet sind und deren Zwischenräume mit Dämmgas gefüllt sind. Diese Konstruktion erreicht einen U-Wert (früher k-wert) von ca. 0,8 oder sogar schon 0,7.

Beton
Beton wird aus Zement, Sand, Kies oder Splitt sowie Wasser hergestellt. Diese Grundstoffe werden aus der Natur gewonnen. Ausgangsstoffe für den Zement sind Kalk und Ton, die bei hohen Temperaturen gebrannt und anschließend fein gemahlen werden. Normalbeton nennt man den am häufigsten verwendeten Beton beim Bauen. Fließbeton nennt man den dünnflüssigeren Beton, meistens mittels Betonpumpe und Schlauch verarbeitet (z.B. zum Ausfüllen von Schalungssteinen).
>> siehe auch: Ortbeton / Transportbeton.

Betondachsteine

Betondachsteine werden seit etwa 40 Jahren industriell produziert und gehören zu den jüngsten Dachdeckungs-Materialien. Sie werden durch Mischen von Zement, quarzhaltigem Sand und Wasser hergestellt. Die Oberfläche der meisten Dachsteine aus Beton ist mit einer Acrylatbeschichtung auf Wasserbasis veredelt. In die Farbe eingebettet sind wiederum Eisenoxydpigmente und mineralische Füllstoffe. Betondachsteine werden bei 60 Grad sechs bis acht Stunden lang spezialgetrocknet. Die endgültige Aushärtung erfolgt durch die Lagerung im Freien.

Betonfertigteile
Fertigteile aus Beton werden in einer Fabrik hergestellt, dort gelagert, auf die Baustelle geliefert und dann montiert. Aus großformatigen Fertigteilen werden Decken, Wände und Dächer hergestellt. Fertigteilkonstruktionen aus Stützen und Balken sowie fertige Sanitärzellen gehören mit zum Programm der Hersteller. Fertigteile aus gefügedichtem Leichtbeton haben ein geringeres Gewicht und lassen sich leichter transportieren, sie sind wärmedämmend und leichter zu bearbeiten.

Bewehrung
Die Einlagen im Beton werden Bewehrung genannt. Diese sind aus Stahl und je nach Anforderung als Stäbe, Geflecht oder Matte ausgebildet. Die Bewehrung erhöht deutlich die Belastbarkeit der damit ausgestatteten Bauteile.

Biologie

Lehre vom Leben der Menschen, Tiere, Pflanzen und der Mikroorganismen.
Umfaßt die Lehre von chemischen und physikalischen Vorgängen in der belebten Natur. Biologie ist also kein Gegensatz zu Physik und Chemie, sie beinhaltet auch das Studium von Verhaltensweisen.

Bitumenbahn - Bitumenpappe als Feuchtesperre in Mauerwerk.


Blower-Door-Test
Für die Messung der Luftdurchlässigkeit / Winddichtheit einer Wohnung oder eines Gebäudes wird ein Ventilator (englisch: Blower) luftdicht in die Öffnung einer Tür (englisch: Door) oder eines Fensters eingebaut.

Bei Ventilatorbetrieb und geschlossenen Türen und Fenstern kann in der Wohnung oder im Gebäude eine Druckdifferenz (Unter- oder Überdruck) zur Außenluft erzeugt werden. Die Höhe der Druckdifferenz (ca. 10 bis 60 Pascal) ist über die Ventilatordrehzahl einstellbar.

Der bei einer bestimmten Druckdifferenz (50 Pascal = 0,5 mbar) geförderte Luftstrom wird als Volumenstrom der Luftdurchlässigkeit bezeichnet. Das Verhältnis von Volumenstrom zum Innenvolumen der Wohnung oder des Gebäudes wird als Luftwechselrate (n50) bezeichnet. Sie gibt Aufschluß über die Güte der Luftdichtheit einer Gebäudehülle.

Warum Winddichtheit:
-
Luftdichtheit des Gebäudes ist unumgänglich, wenn der gerechnete Heizenergiebedarf tatsächlich erreicht und Bauschäden sowie Komforteinbußen vermieden werden sollen.
- Vermeiden von unangenehmer Zugluft in den Räumen, nicht nur an windigen Tagen.
- Erhöhung der Effektivität von Abluftanlagen (Wohnraumlüftungsanlagen) mit und ohne Wärmerückgewinnung.
- Erhaltung des Dämmwertes der Wärmedämmung (eine Fuge mit 1mm Breite und 1m Länge verringert den Dämmwert bei Windstärke 3 bis 5 um 35 bis 65%)
- Vermeidung von Feuchteeintrag in die Konstruktion und damit Vorbeugung von Fäulnis und Schimmelbildung durch Tauwasserbildung an den undichten Gebäudestellen.
- Sicherung der Bausubstanz, Wohnqualität und Wertbeständigkleit des gebäudes auf Dauer.

Brauchwasser
Als Brauchwasser bezeichnet man Wasser welches nicht als Trinkwasser benutzt werden kann aber als Toilettenspülung und zum Rasensprengen gut geeignet ist. Brauchwasser ist z.B. das "gebrauchte" Wasser aus der Badewanne, aus dem Waschbecken und aus der Dusche. Auch Regenwasser aus der Dachentwässerung wird oft als Brauchwasser bezeichnet.

Brenner
Vorrichtung für die Verbrennung von Erdgas oder Heizöl. Für den Einsatz in Heizkesseln gibt es im wesentlichen drei Brennerbauarten. Sie unterscheiden sich darin, wie die Luft für den Verbrennungsprozess zugeführt wird. Brenner ohne Gebläse (sogenannte atmosphärische Brenner) eignen sich nur für Gas-Heizkessel. Bei ihnen wird die Verbrennungsluft durch den Gasdruck und den thermischen Auftrieb angesaugt. Bei Brennern mit Gebläse (für Erdgas oder Heizöl) wird die Verbrennungsluft dagegen eingeblasen. Eine Weiterentwicklung ist der Gas-Vormischbrenner, bei dem Erdgas und Verbrennungsluft vor der Verbrennung durchmischt werden. Dadurch arbeiten diese Brenner noch effizienter und emissionsärmer. In Brennwertgeräten sind fast immer Vormischbrenner eingebaut.

Brennwert/Heizwert
Beide Begriffe beziehen sich auf die Wärme, die bei Verbrennungsprozessen frei wird. Bei diesem Vorgang bildet sich zusammen mit den Abgasen stets auch Wasserdampf. Der Brennwert gibt an, wie viel Wärme bei vollständiger Verbrennung des Brennstoffs frei wird, einschließlich der Wärme, die im Wasserdampf der Abgase gebunden ist. Der Heizwert dagegen berücksichtigt diese versteckte Wärme nicht. Er ist deshalb immer niedriger als der Brennwert.

Brennwerttechnik
Technik, um den Wirkungsgrad der Verbrennung von Heizöl und Heizgas zu erhöhen. Öl und Gas enthalten Wasser. Bei normalen Kesseln verdampft es und zieht durch den Schornstein ungenutzt ab. Bei der Brennwerttechnik lässt man diesen Dampf im Kessel kondensieren. Daher heißen Brennwertkessel auch Kondensatkessel.
Beim Kondensieren wird die im Wasserdampf enthaltene latente Wärme gewonnen und für die Heizung genutzt. Das Kondensat fließt ab. Brennwertkessel brauchen also neben dem Schornstein einen Wasserabfluss.
Mit Erdgas lässt sich diese Technik besonders effizient nutzen. Gas-Brennwertgeräte können z.B. gegenüber modernen Niedertemperatur-Heizkesseln ohne Brennwertnutzung bis zu 15 Prozent Energie sparen. Brennwertgeräte können grundsätzlich in jede Heizungsanlage eingebaut werden. Besonders vorteilhaft sind moderne Niedertemperatur-Systeme mit niedrigen Vorlauf-/Rücklauftemperaturen. Aber auch in älteren Anlagen, die für höhere Betriebstemperaturen ausgelegt sind, bringt die Brennwerttechnik Vorteile. Durch großzügig bemessene Heizkörper und die nachträgliche Verringerung des Wärmebedarfs (z.B. durch verbesserte Wärmedämmung der Außenwände und neue Fenster) arbeiten solche Anlagen oft mit so niedrigen Heizwassertemperaturen, dass eine Brennwertnutzung möglich ist.














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