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Mitten im Leben – die Leichenhalle Velatorio de Jove in Gijon


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Ein außergewöhnlicher Objektbericht: Weit und offen, klar und lichtdurchflutet präsentiert sich dem Besucher das Foyer mit einer freien Sicht bis zum Hafen.

Leichenhalle Velatorio de Jove in Gijon
Im rechten Abschnitt des 70 Meter langen Riegels befindet sich die Gastronomie. Einen Hinweis auf das Untergeschoss gibt der Funktionsbereich am westlichen Ende.

Leichenhalle Velatorio de Jove in Gijon
Östliche Seitenansicht mit der Gastronomie- und Bürozone links, dem Erschließungsturm und dem öffentlichen Parkplatz rechts.

Projektbericht: Leichenhalle Velatorio de Jove in Gijon

Wir reisen gerne und viel und halten uns auf unsere Neugier auf kulturelle Unterschiede einiges zugute. Nur die verschiedenen Sepulkralkulturen treten fast nie in unser Sichtfeld; es sei denn, wir besuchen einen berühmten Friedhof, der dann allerdings auch nur einen Ausschnitt aus der jeweiligen Trauer- und Begräbniskultur repräsentiert. Vor diesem Hintergrund ist das Velatorio de Jove im spanischen Gijón nicht nur unter architektonischen Gesichtspunkten interessant. Leichenhallen dieser Art stehen in der Tradition der häuslichen Totenwache, des Abschiednehmens ohne Zeremonie oder festen Ritus.

In Mitteleuropa wird ein Leichnam in der Regel vom Bestattungsinstitut abgeholt, und der letzte Abschied am eventuell noch geöffneten Sarg ist ein paar Tage später unmittelbar vor der Erd- oder Feuerbestattung möglich. Die übliche Atmosphäre in diesen Aussegnungsräumen ist gekennzeichnet von dunklen Materialien und Oberflächen, gedämpften Lichtern und Geräuschen. Die klassische Totenwache gibt es in Europa kaum noch, und im Trauerhaus für ein oder zwei Tage aufgebarte Verstorbene kennen wir vorzugsweise von historischen Gemälden oder aus skurrilen Filmen. Da wurde Abschied genommen – offiziös, privat, intim, allein, zu zweit, in kleinen Gruppen. Es war ein lebendiges Abschiednehmen quasi mitten im Leben. Das Velatorio de Jove in der Küstenstadt Gijon in Asturien steht ganz in dieser Tradition der Totenwache. Es ging bei dieser Bauaufgabe für die Architekten Alfredo Estebanez Garcia und Eduardo Garcia Diaz darum, ein Raumprogramm umzusetzen, das in seiner hellen offenen Grundhaltung alle individuellen Ausprägungen von Trauer und Abschiednehmen unterstützt.

Der in einen Südhang gegrabene und insgesamt fast 80 Meter lange Gebäuderiegel stellt sich von der Straße als eingeschossiges Gebäude dar, das sich oberhalb eines vier Meter hohen Geländesprungs mit großzügigen Verglasungen zum Hafen hin öffnet. Kein religiöses Symbol gibt die Funktion der Anlage zu erkennen, lediglich das unscheinbare Schild des Bestattungsunternehmens neben der Pkw-Zufahrt zum hinteren und höher gelegenen Teil des Grundstücks mit den Parkplatzen gibt einen Hinweis darauf. Von dort oben, vielleicht zehn Meter über Straßenniveau, zeigt sich das Gebäude vor allem als Dachlandschaft, und der Besucher erreicht das Eingangsniveau auf der Rückseite über einen markanten turmartigen Kubus mit Lift und Treppe. Hinter dem Eingang passiert er in einem weiten Foyer linkerhand zunächst einen Counter und findet sich dann unvermittelt in einer sich zu beiden Seiten hin erstreckenden Halle von beeindruckender Länge. Die gesamte Südfassade der sich in zwei Funktionsbereiche gliedernden Halle öffnet sich großzügig zur Aussicht über das Hafenareal. Links befindet sich eine Gastronomiezone, und rechts beginnt eine etwa 50 Meter messende Flucht, die im Wesentlichen von den Unterzügen des Pultdachs sowie von fünf in regelmäßigen Abstanden angeordneten Polstergruppen gegliedert wird. Jede Polstergruppe markiert den Zugang zu einer kleinen, intimen Raumfolge mit introvertiertem Atrium, einem Garderoben- und WC-Bereich sowie zwei Räumen mit Polstersitzen für die Hinterbliebenen und der Sargkammer.

Ein oder zwei Tage wird ein Leichnam hier aufgebahrt. Die eigentliche Bestattung findet danach auf einem Friedhof statt. Den Architekten ist es gelungen, den öffentlichen Bereichen neben einer ruhigen Würde sowohl angenehme Weitläufigkeit als auch angemessene Intimität zu verleihen. Große und kleinere Räume ziehen ihre Qualität aus schnörkelfreier Klarheit und Ruhe, aus perfekter Bauausführung und dem Kontrast von hellen und dunklen Flachen. Die Tageslichtführung ist spannend und setzt wirksame Akzente, nutzt Oberlicht, Innenhöfe und Verschattung, wobei das Kunstlichtkonzept sowohl im Inneren als auch im Außenbereich die Zonierung, Gliederung und Hervorhebung verschiedener Bereiche unterstützt. Bis zu fünf Verstorbene können gleichzeitig besucht werden. Trauernde finden sich in diesem großzügigen Interieur daher nicht zwangsläufig allein. Und nur wer es möchte oder aushält, betritt den „engeren Kreis“ und kann sich auch dort noch entscheiden, einen Blick auf den geöffneten Sarg zu werfen oder nicht. Die Totenwache ist schließlich keine Frage der Konfession, und so ist dieses Gebäude in allem ein Angebot für die Lebenden zu Ehren der Verstorbenen.

Leichenhalle Velatorio de Jove in Gijon
Der holzverkleidete Turm birgt die vertikale Erschließung und verbindet die Eingangsebene mit Parkplatz und Straßenniveau.

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Bautafel:

Bauherr: Funeraria Gijonesa S.A, Gijon, ES
Architekt: AE Arquitectos, Estudio de Arquitectura de Gijon, Gijon, ES
Standort: Velatorio Jove, Avda. Eduardo Castro S/N, Gijon, ES
Sto-Kompetenzen: Fassadendämmsystem (StoTherm Classic) und Fassadenfarbe mit Lotus-Effect- Technology (Lotusan)
Fachhandwerker: Construcciones Ribeyu S.L., Gijon, ES
Fotos: Hector Santos-Diez (BISimages), A Coruna, ES

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Leichenhalle Velatorio de Jove in Gijon
Der Blick vom Ende des Foyers nach rechts in die lange Halle mit ihren Zugängen zu den einzelnen Aufbahrungszonen.

Leichenhalle Velatorio de Jove in Gijon
Weit und offen, klar und lichtdurchflutet präsentiert sich dem Besucher das Foyer mit einer freien Sicht bis zum Hafen.
Alle Fotos: Hector Santos-Diez (BISimages) /Sto SE & Co. KGaA























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