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Ökologisch Wohnen - ist das wichtig?








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Immonet und die Nord-Akademie wollten von den Usern des Immobilien-Portals wissen, wie wichtig ökologische Aspekte bei der Wahl von Wohn-Immobilien eigentlich für sie sind

Hamburg, Juli 2011

In Deutschland wird hitzig diskutiert: Der Atomausstieg, die Einführung des Biokraftstoffes E 10 und die geplante Reduzierung der CO2-Emissionen um 40 Prozent bis 2020 bewegen die Gemüter.

Vor allem durch die Sanierung von Gebäuden sollen die Produktion von Treibhausgas und der Energieverbrauch gesenkt werden. Das bedeutet nicht nur Investitionen für Eigentümer, sondern auch höhere Wohnkosten für Mieter.

Immonet und die Nordakademie wollten von den Usern des Immobilienportals wissen, wie wichtig ökologische Aspekte bei der Wahl von Wohnimmobilien eigentlich für sie sind.

Die Anforderungen an Vermieter von Immobilien sind in der Energiesparverordnung klar formuliert: Sie haben dafür zu sorgen, dass Dächer und Fassaden gedämmt, Heizungsanlagen erneuert und regenerative Energien verwendet werden. Um die Umweltauflagen zu erfüllen, müssen zunächst die Eigentümer tief in die Tasche greifen. Doch auch Mieter werden früher oder später eine finanzielle Mehrbelastung spüren, denn ein gerade erlassenes Gesetz ermöglicht es Vermietern 13 Prozent der Umbaukosten auf die Bewohner umzulegen.

Der typische Immobilienkäufer ist männlich

Von den Teilnehmern der Immonet-Befragung sind etwa zwei Drittel am Kauf interessiert, etwa ein Drittel will zur Miete wohnen. Gleichberechtigung herrscht nicht bei den Wohnungssuchenden: Zwar sind unter den Mietern Männer und Frauen etwa gleich stark vertreten, die Kaufinteressenten sind jedoch in drei Vierteln der Fälle männlich.

Unabhängig von XX- oder XY-Chromosom treffen die Wenigsten eine Kaufentscheidung allein: In der Immonet-Befragung stimmen sich 64,3 Prozent der Teilnehmer mit anderen Personen ab. Fast ein Drittel der Mieter entscheidet autonom - eine Mietvertrag kann man schließlich schnell wieder auflösen -, ein Viertel gibt an, sich Rat zu holen und 36,4 Prozent entscheiden mit anderen gemeinsam.

Das Öko-Selbstbild

Eine ausgesprochen hohe Meinung hat die Mehrheit von ihrem eigenen Umweltbewusstsein: "Wir sind ein überdurchschnittlich ökologischer Haushalt", gaben fast 60 Prozent der Mietinteressenten und 70 Prozent der Kaufinteressenten an.

Allerdings in Abstufungen: Auf der Vorbildlichkeits-Skala noch relativ niedrig angesiegelt ist der "effiziente Haushalt" (37 Prozent der Käufer, 27 Prozent der Mieter). Ambitionierter sind der "doppeleffiziente Haushalt"(15 Prozent der Käufer und 21 Prozent der Mieter) und der "klimabewusste Haushalt" (7,9 Prozent Käufer, 2,8 Prozent Mieter), Letzterer betreibt etwa Car-Sharing und wohnt in klimafreundlich gedämmten Immobilien.

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Am vorbildlichsten zeigt sich der "nachhaltige Haushalt" (7,9 Prozent Käufer, 9,9 Prozent Mieter) - solche Mitmenschen achten außerdem noch auf das Bio- und das Fairtrade-Siegel beim Einkauf. Übrig bleiben die Durchschnittlichen: Immerhin fast 40 Prozent der Mieter und fast ein Drittel der potenziellen Käufer geben sich dieses bescheidene Prädikat. Interessantes Detail: Je ausgeprägter die Ökoaffinität, desto höher der Anteil der Frauen.


Ökologisches Wohnen? Nicht so richtig wichtig!

Beim Thema Wohnen sind die Ambitionen der Mehrheit der Befragten jedoch nicht mehr überdurchschnittlich.

Die wichtigsten Entscheidungskriterien bei Kauf und Miete sind - wenig überraschend - Preis und Lage, gefolgt von Wirtschaftlichkeit und Wohnen im Grünen.

Fragt man nach der Bedeutung von regenerativen Energien, Wärmedämmung und Nachhaltigkeitszertifikat, zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen Käufern und Mietern: Während diese für 34,5 Prozent der Käufer große Bedeutung haben, halten lediglich 14,1 Prozent der Mieter ökologische Aspekte für sehr wichtig. Ein plausibler Unterschied, da sich für Eigenheimbesitzer niedrige Energiekosten unmittelbar auszahlen.

Ein Klischee bestätigt sich: Wer im Grünen wohnen will, ist auch eher ein "Öko". Überraschend ist, dass die selbstattestierte Ökoaffinität sich nicht bei der Immobilienwahl widerspiegelt. So ist in Haushalten, die das Öko-Fähnchen sehr hoch halten, Wärmedämmung & Co. nicht unbedingt auch Chefsache. Ökologische Wohnaspekte haben bei den "Durchschnittlichen" mit 25 Prozent sogar häufiger Priorität als bei den "Nachhaltigen".


Fazit: Insgesamt liegt ökologisches Wohnen im Mittelfeld der Entscheidungsprioritäten, die Bedeutung ist allerdings stark abhängig von einigen Merkmalen der Nachfrager.

Preist ein Makler gegenüber einer Frau, die eine Haus kaufen will und das Landleben liebt die umweltfreundlichen Qualitäten einer Immobilie, ruft das wahrscheinlich Begeisterung hervor. Schwärmt er hingegen von der Öko-Bilanz gegenüber einem männlichen Mieter, der in der Stadt wohnen will, könnte es gut sein, dass der Immobilienvermittler nur ein Achselzucken erntet.










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