BauPraxis


Hausbau

Planung
Technik
Oekologie

Finanzierung

Bau-News
Lexikon
Verzeichnis

Links






| BauPraxis Infos |
| Sitemap |
| Mediadaten online |
| Marketing-Pakete |
| Statistik |
| Information AGB |
| Impressum |





Baubiologie - Bauökolgie?
Natürliche und biologische Baustoffe?
Baustoffe aus natürlichen Rohstoffen?

Was ist von den schlagkräftigen Begriffen zu halten?







Viele Bau-Produkte werben heute mit den schlagkräftigen und oftmals werbewirksamen Begriffen "natürlich" oder "natürliche Baustoffe" und "biologische Baustoffe". Das Thema "Baubiologie" ist nahezu in allen Medien präsent. Hier einige Informationen zum besseren Verständnis:

Die Baubiologie rückt die Gesundheit des Menschen in den Vordergrund. Sie analysiert den Einfluß der Wohnumwelt auf den Bewohner. Fürs "baubiologie-nahe" Bauen werden nur solche Baustoffe verwendet, die keine giftigen Stoffe abgeben, keine Luftschadstoffe, keine elektromagnetischen Wellen und keine Radioaktivität.

Die Bauökologie beschäftigt sich mit den Folgen des Bauens für unsere Umwelt . Bauen ist immer ein Eingriff in die Natur und dieser sollte im Interesse von uns Menschen so schonend wie möglich vollzogen werden. Bauökologisch betrachtet sind z.B. besonders heimische Baustoffe, wie Holz, vorteilhaft, da sie nicht über tausende von Kilometern transportiert werden müssen. Auch die Rohstoffgewinnung, der Abbau, die energieverbrauchende Herstellung und Verarbeitung von Baustoffen sind wichtige Kriterien für eine bauökologische Einordnung.

Was sind natürliche, ökologische Baustoffe?

Holz oder Kork sind zweifellos biologische und natürliche Baustoffe, zumindest solange sie wirklich unbehandelt sind. Biologische Baustoffe stammen aus gewachsener, organischer Materie.
Natürliche Baustoffe werden in der Natur gefunden und unverändert in Bauwerken eingesetzt. Mit den beiden Begriffen wird die Vorstellung verbunden, daß von natürlichen oder biologischen Baustoffen keine Belastung für den Menschen ausgeht und daß es keine Umweltbelastung bei der Herstellung solcher Baustoffe gibt.

Sind diese Vorstellungen haltbar?

Holz nutzt man in der Regel nicht in natürlichem Zustand. Es wird meist entweder mit Holzschutzmitteln präpariert oder einer anderen Oberflächenbehandlung ausgesetzt. In diesem Fall sind die Begriffe "natürlich" und "biologisch" nicht mehr anwendbar, denn von Holzschutzmitteln können Gefährdungen für die Gesundheit des Menschen ausgehen.

Typische Beispiele für natürliche Baustoffe nach der obigen Definition sind Natursteine wie Granit, Buntsandstein oder Lehm.

Granit ist ein seit Tausenden von Jahren verwendeter natürlicher Baustoff, und trotzdem kann Granit als massives Natursteinmauerwerk in Wohngebäuden problematisch sein, weil er als magmatisches Gestein eine relativ hohe natürliche Radioaktivität besitzt. Diese hohe Radioaktivität mit der nachfolgenden Radonbelastung kann in Innenräumen aus heutiger medizinischer Sicht bedenkliche Konzentrationen annehmen.
Viele natürliche Baustoffe, die in der Vergangenheit verwendet worden sind, werden bei unserer heutigen Bautechnik nicht mehr angewendet. Der Grund: Sie haben Nachteile. Ein typisches Beispiel ist der Baustoff Lehm oder ungebrannte Lehmziegel, bei uns früher als Ausfachung von Fachwerkhäusern verwendet und heute noch in trockenen Gegenden Afrikas zum Bau von Hütten eingesetzt.

Der Nachteil des natürlichen Lehms ist offensichtlich: Er ist nicht witterungsbeständig, quillt bei eindringender Feuchtigkeit stark auf. Er kann vom Regen ausgewaschen werden. Außerdem schwindet er beim Austrocknen, was zu Rissen führt. Die Wärmedämmung von Lehm ist gering. Die Baumeister vergangener Generationen haben daher nicht ohne Grund den Lehm als Baustoff verlassen und sind auf "künstliche" Baustoffe ausgewichen. Einer der ältesten ist zum Beispiel der Ziegel.

Für den Ziegel wird auch heute noch der Begriff "natürlich" verwendet. Dabei ist der Ziegel ein gebrannter Lehm oder ein gebrannter Ton. Der Grundstoff ist durch den Brennprozeß sowohl in seinen chemischen als auch physikalischen Eigenschaften verändert. Man kann hier also nicht mehr 100% von einem "natürlichen" Baustoff sprechen.

Diese wenigen Beispiele sollen zeigen, daß die Begriffe "biologische" oder "natürliche" Baustoffe allein wenig aussagen. Besser ist es, hier kritisch zu untersuchen:

welche Schadstoffe in Baustoffen enthalten sind,
welche Belastungen von den Baustoffen unmittelbar auf die Gesundheit der Bewohner einwirken und
wieweit die Baustoffe mittel bar die Umwelt belasten.


Beispiele für gefährliche Schadstoffe in Baustoffen:

Toxische Substanzen - in der Vergangenheit wurden z. B. Pentachlorphenol oder Formaldehyd genannt.
Lungengängige Stäube, die Silikose verursachen können.
Faserförmige Stoffe, die kanzerogene Veränderungen im Körper des Menschen verursachen können.
Radioaktive Belastungen aus Baustoffen, die eine zu hohe Strahlungsbelastung verursachen.

Bei der Produktion von Baustoffen gibt es verschiedene Quellen für Umweltbelastungen:
- Belastungen durch Gewinnung der Rohstoffe
- Emissionen bei der Produktion
- Schadstoffe bei der Ablagerung

Begriffe, wie "natürlich" oder "biologisch" reichen also nicht aus, um Baustoffe charakterisieren zu können. Hier ist mehr Wissen und Information notwendig, um den "richtigen" Baustoff zu wählen.


Mehr: Lesen Sie weiter auf Seite 2.

BauPraxis Link-Tipps:

SchimmelFeuchtigkeit unter dem Fußboden: Ein Schimmelproblem und seine Lösung. Feuchtigkeit ist die Grundlage für jedes Schimmelpilzwachstum. In Innenräumen kann auf vielfältige Weise Wasser oder Feuchtigkeit unter schwimmend verlegte Estriche gelangen. Fachbeitrag von Dr. Gerhard Führer mit der Möglichkeit, den neuen Praxisratgeber "Schimmelbildung in Gebäuden" zu bestellen. Mehr hier...
EnergiesparenGesund und nachhaltig leben - Häuser natürlich dämmen wie die Lohas. Die Kunst, mit Lust verantwortungsbewusst zu bauen. Naturdämmstoffe aus Holzfasern stoßen bei Lohas auf reges Interesse, berichtet der Bauzulieferer INTHERMO. Bericht...
Holzboden-Pflege-WachsNatürlicher Schutz für Holz- und Korkböden. PNZ Hartwachs-Öl für strapazierte Flächen im Innenbereich: Wer seinem abgewohnten Holz- oder Korkbodenbelag eine ökologische Pflege zuteilwerden lassen möchte, sollte im Bau- oder Fachmarkt Ausschau nach Produkten halten, die frei sind von Konservierungsmitteln und bioziden Wirkstoffen.
Mit Holz heizenHolzfeuerung spart bis zu 80% Primärenergie: Wird eine alte Öl- oder Gasheizung durch eine moderne Holz- oder Pelletsanlage in einem Wohngebäude ausgetauscht, können bis zu 80% an Primärenergie beim Heizen eingespart werden.

Homepage
<<
top
BauPraxis
Das Bauherren-Portal · Redaktion@BauPraxis.de · Copyright · alle Rechte vorbehalten · allrights reserved